Im Rahmen meines neuen Haupt-Projektes habe ich mich über die Möglichkeiten von dezentralen Identity-Management-Lösungen informiert.
Aber vorher: Was sind diese dezentralen Identity-Management-Lösungen, oder Single Sign-On-Services, eigentlich?
Jeder, der im Internet aktiv ist, merkt, dass man sich für jede Website neu anmelden muss, am besten für jede Website ein eigenes Passwort hat, und dann auch überall einen anderen Benutzernamen. Das ist kompliziert. Ich verwende verschiedene Benutzernamen, dazu verschiedene Passwörter - da verliert man leicht den Überblick.
Single Sign-On-Lösungen sollen dieses Problem beheben, in dem man nur noch eine ID hat, mit der man sich auf allen verschiedenen Websites anmelden kann. Dabei kann man steuern, welche Informationen für diese Websites zugänglich sind, und muss alles nur einmal angeben.
Meiner Erkenntnis nach gibt es in diesem Markt zur Zeit zwei Hauptlösungen:
- OpenID: Eine freie Lösung, die jeder selbst hosten kann, oder natürlich einen Provider (MyOpenID, FreeYourID) verwenden kann, der das fertig zur Verfügung stellt (was für weitere Verbreitung natürlich der einzige gangbare Weg ist).
Diese Lösung ist in letzter Zeit dank Unterstützung durch AOL, Microsoft, Yahoo! und jetzt auch digg stark in den Medien vertreten. - Windows CardSpace: Wie der Name schon sagt, ist das die Lösung von Microsoft, die mit dem neuen Windows Vista mitgeliefert wird. Ich hab mir das System noch nicht genauer angesehen.
Dieses System ist zwar nicht so stark in den Medien vertreten, da es aber im neuen Betriebssystem von Microsoft mit eingebaut ist, wird ihm definitiv auch ein Teil dieses zukünftigen Marktes gehören, speziell im Mainstream-Bereich.
Diese Systeme werden immer wichtiger, auch weil Firefox 3 plant, Single Sign-On-Lösungen zu unterstützen. Dafür war man schon mit Microsoft in Kontakt.
Während bei Windows CardSpace der Erfolg relativ vorhersehbar ist, braucht OpenID schon etwas mehr. OpenID ist kein wirklich cooler Name, und “MyOpenID” ist auch nicht gerade das gelbe vom Ei. Das große Problem ist nämlich, dass man bei OpenID eine URL als “Benutzernamen” erhält, zum Beispiel so, je nach Provider:
- sebastian.moser.myopenid.com
- myopenid.com/sebastian.moser
Das ist absolut uncool, schwer zu merken und einfach schlecht.
Auf TechCrunch hab ich allerdings vor einigen Tagen einen Artikel über FreeYourID.com, einem Service, der für seine Mitglieder eine .name-Domain registriert. Meine neue OpenID sieht jetzt wie folgt aus:
- sebastian.moser.name
DAS ist intelligent, einfach zu merken, und halbwegs cool. Keine unnötige zusätzliche Domain (myopenid.com), nichts. Natürlich ist das nicht kostenlos, die Domains kosten ja Geld. Aber für die ersten 90 Tage ist es kostenlos, danach kann ich immer noch entscheiden, ob ich den Service weiter benützen will.
Vielleicht hilft das auch, den eigentlich ziemlich unerfolgreichen .name-Domains ein bisschen Aufschwung zu geben.