Unter dem Titel “Frohes Scheitern in Amerika” schreibt derStandard.at über Gründe, wieso sich in den USA mehr Leute selbstständig machen, und die Europäer sich nicht so recht trauen.

ÖsterreicherInnen seien jedoch vorsichtiger, wenn es um riskante Entscheidungen geht. Denn wer hierzulande mit einem Unternehmen scheitert, hat viel zu verlieren – nicht nur investiertes Kapital, sondern auch seinen Ruf, und meistens auch die Chance, es noch einmal zu versuchen. “Wer hier ein Unternehmen in den Konkurs geführt hat, hat Schwierigkeiten, für die zweite Unternehmensgründung eine Bankfinanzierung zu erhalten.” Ganz anders in den USA: “Unternehmer, die einmal oder zweimal gescheitert sind, werden dort als besonders erfahren angesehen, weil sie aus ihren Fehlern gelernt haben”, erklärt Streicher.
(Zitat derStandard.at)

Wir Österreicher sind vorsichtig bei riskanten Entscheidungen? Ich würde sogar noch weiter gehen: Wir Österreicher sind misstrauisch, wenn jemand die riskante Entscheidung trifft, sein Herzblut in eine eigene Firma zu stecken, speziell bei jungen Menschen.

Ich bin jetzt 20 Jahre alt. Vor zwei Jahren hab ich in der Schule in einer Übungsfirma gearbeitet. Es war ein Kampf, die Leitung einem Schüler übertragen zu dürfen. Die Professorin in einer Parallelklasse ließ dies gleich gar nicht zu.

Mein Gott - da bin ich 18 Jahre alt und mir wird eingeredet, ich wäre zu jung, um eine dämliche Übungsfirma zu leiten? Wie sollte ich mich denn da je trauen, eine echte Firma zu gründen?!

Skeptische Reaktionen

Da ich mich in der Vorbereitung für die Gründung einer Firma finde, mit meinen blutjungen (*lol*) 20 Jahren, kenne ich jetzt die Reaktionen auch auf eigener Haut.

Das Interessante war: Je besser jemand Bescheid über das wusste, was ich zur Zeit mache, desto positiver die Reaktionen. (Das macht Mut!)

Mein Vater zum Beispiel hat gemeint: “Naja, dann wirst du halt nicht studieren, oder? Ist auch nicht so schlimm.”. (Er ist Professor für Webdesign & Multimedia.)

Aber ich hab auch die bohrenden, skeptischen Fragen bekommen: “Hast du dir das gut überlegt?” - “Wirst du eh nicht über’s Ohr gehaut?” - “Wer wählt aus, welcher Anwalt den Gesellschaftervertrag aufsetzt?” - “Was passiert, wenn du scheiterst?”.

Liebe Leute:

  • Ich gründe die Firma, also gehört sie mir - Ich treffe die Entscheidungen.
  • Die Investoren investieren Geld in die Firma - welches Interesse hätten sie daran, mich über’s Ohr zu hauen? Und selbst wenn - siehe nächster Punkt!
  • Ich bin 20 Jahre alt - was soll schon groß passieren?! Im schlimmsten Fall fange ich hat 1, 2 Jahre später zum Studieren an!

Die Skepsis, die einem jungen Firmengründer teilweise entgegen gebracht wird, ist schockierend. Wen wundert es eigentlich noch, dass ein Großteil der erfolgreichen Web 2.0-Anwendungen im Silicon Valley entstanden sind? Wen wundert es, dass die Computerkonzerne Microsoft und Apple in den USA entstanden sind, und nicht wo anders?

Zur Erinnerung: Steve Jobs war bei der Gründung von Apple 21 Jahre alt. Bill Gates war bei der Gründung von Microsoft 20 Jahre at. Sergey Brin war bei der Gründung von Google 25 Jahre alt. Mark Zuckerberg war bei der Gründung von Facebook 20 Jahre alt.

Viele innovative Dinge werden also von jungen Leuten geschaffen. Wenn das in den USA möglich ist, aber einem jungen Gründer in Europa primär Skepsis entgegenschlägt, wundert es mich nicht, dass es nur wenige sehr erfolgreiche europäische Web-Projekte, und schon gar kein europäisches Google, YouTube, Apple, Microsoft oder Yahoo!.

Übrigens: Ben Casnocha war 12 Jahre alt, als er sein erstes Dot-Com-Unternehmen gegründet hat und 14, als er Comcate, Inc. gründete. Er ist jetzt 19 Jahre, die Firma gibt’s noch immer.

Google versucht sich langsam auch ein bisschen im Vorankündigen neuer Features, so geschehen, als plötzlich Gerüchte auftauchten, Google Maps würde eine Street View für bestimmte Städte einbauen, für die ein Auto durch Städte gefahren ist, um Fotos zu machen.

Angekündigt wurde es gestern auf der Where 2.0-Konferenz, heute geht der Spaß online.

Windows Live Maps hat so etwas ja schon länger, hat Robert Scoble angemerkt. Ja, stimmt. Windows Live Maps kann noch hundert weitere Dinge, die Google Maps (noch) nicht kann.

Na und? Dafür ist die Google Maps Street View vernünftig zu verwenden! Flash-basiert (nicht als extra Plug-In, das heruntergeladen und installiert werden muss), gut integriert, mit Zoom und Drag’n'Drop-Navigation.

Man sieht also: Man kann mit einer Funktion innovieren. Oder mit der besseren Umsetzung einer bereits bestehenden Funktion. Und schlussendlich bleibt folgender positive Nachgeschmack: Zum Glück gibt es Konkurrenz, sonst gäb’s die Street View vermutlich nicht. (Ich gehe davon aus, dass diese Technologie keine billige Entwicklung war und ist.)

Daten-/Personenschutzrecht?

Bedenklich finde ich eher, dass man die Nummertafeln von Autos klar ablesen kann, und auch die fotografierten Personen. Ich weiß nicht, wie streng in den USA das Personenrecht ist, aber in Österreich ist es meines Wissens nicht erlaubt, jemanden zu fotografieren und diese Fotos ins Internet zu stellen.

Hier ein Hyundai mit dem Kennzeichen “5N03968″.

The Next Big Things

29. Mai 2007

Yahoo! und AOL waren die Riesen des Webs vor der Dotcom-Blase. Ersterer wurde von Google verdrängt, zweiterer durch ein mieses Geschäftsmodell und den mangelnden Willen, sich den Zeichen der ZEit zu stellen..

Dann kam Google, im Prinzip noch immer eine “Web 1.0″-Anwendung, aber mit Ambitionen.

Die Frage ist: Was kommt jetzt? Ich glaube kaum, dass nach Google nichts mehr kommt, das wäre ja gelacht. Vor allem wenn man bedenkt, dass Google keine Ahnung von Social Networking und Bezahl-Services (Ja, auch die werden eine Rolle in der Zukunft des Internets spielen!) hat.

Meine Tipps daher:

Facebook

Facebook ist zwar noch deutlich kleiner als MySpace, aber dafür umso innovativer. Was hat MySpace schon großartig gemacht, in der letzten Zeit? Facebook dagegen hat den vermutlich klügsten Zug überhaupt gemacht: Die Facebook Platform! Diese Plattform ermöglicht es, Anwendungen zu entwickeln, die sich nahtlos in Facebook integrieren. So ist es möglich, das Facebook-Layout zu verwenden und die Anwendungen in die Profile der Mitglieder zu integrieren.

Damit hat Facebook den Nischen-Social-Networking-Markt neu aufgemischt. In Zukunft werden Nischen-Netzwerke nicht mehr eigens aufgebaut werden, sondern einfach auf Facebook draufgebastelt - die Werbeumsätze dürfen ja zu 100% behalten werden!

Mein Tipp: Facebook ist the next big thing of social networking. MySpace ist tot. (Für wachsame und innovative Unternehmen wird immer Platz bleiben, speziell außerhalb der USA. Aber einach ist es nicht.) Facebook wird früher oder später (im Laufe des nächsten Jahrzehnts) auf einen Marktwert von 80 Milliarden Dollar kommen.

Jajah

Während Facebook auf Werbeumsätze setzt, will Jajah mit einem Bezahl-Service den Telefonie-Markt revolutionieren. Gut, das wollen auch Skype und viele andere VoIP-Netzwerke, aber Jajah ist das einzige, das einen (großen) traditionellen Telekomkonzern (die Deutsche Telekom) als Investor verzeichnen kann. Jajah ist das einzige, das nur geringe Änderungen in der Art der Telefonie notwendig macht.

Jajah ist the next big thing of telephoning. Da bin ich sicher. Hoffentlich aber geht die Firma auch an die Börse und bleibt unabhängig!

Kennst du Captchas? Das sind kleine Grafiken mit vermurkstem Text, die primär als SPAM-Schutz für alles mögliche verwendet werden.

Kommentar-Funktionen oder Gästebücher, Anmeldeformulare oder E-Mail-Adressen-Anzeige - all das kann durch Captchas geschützt werden.

Man muss dazu einfach nur den vermurksten Text (der verdreht, zerkritzelt, etc. ist, so dass er von Computern nicht mehr gelesen werden kann, von Menschen aber schon noch) entziffern, und schon kann man kommentieren, sich anmelden oder versteckte Informationen sehen.

Das interessante daran: Anscheinend werden wetweit pro Tag 60 Millionen Captchas gelöst, was insgesamt ca. 150.000 Stunden Arbeit verursacht. Diese Arbeitszeit möchte die Carnegie Mellon University, die auch das ursprüngliche Captcha entwickelt hat, nützen, um alte Bücher zu digitalisieren.

Normalerweise läuft das so ab, dass die Bücher eingescannt und durch Texterkennungs-Programme geschickt werden, nur funktioniert das bei alten Büchern oft nicht.

Deshalb sollen “reCAPTCHAS” helfen, Bücher zu digitalisieren. Die Digitalisierungssoftware zerteilt die Texte der Bücher nur noch in einzelne Wörter, von denen immer ein bereits bekanntes und ein noch unbekanntes gemeinsam angezeigt werden - diese muss man übersetzen. Wird das dem System bereits bekannte Wort richtig übersetzt, wird davon ausgegangen, dass auch das unbekannte Wort richtig übersetzt wurde. Zur Sicherheit wird jedes Wort mehrmals übersetzt.

Das Ziel der Universität ist es, möglichst viele ganze Bücher mit diesem System zu übersetzen.

Meine Meinung? Geniale Idee! Zur Zeit ist das nur auf Englisch verfügbar, hoffentlich können die Macher von reCAPTCHA möglichst bald auch anderssprachige Bücher digitalisieren, dann könnte man es wirklich überall einsetzen.

Jens Kunath, ein deutscher Business Angel, unter anderem Investor der Social-Commerce-Plattform shoppero, fragt, ob es eine “Bubble2.0″ gibt.

Es gibt keine Bubble2.0.
Gute Ideen mit tragfähigen Businessmodellen werden sich durchsetzen. Aber die vielen Klone werden nicht überleben. Es gibt keine Notwendigkeit für zum Beispiel 10 Familiennetzwerke. Es werden 2-3 Anbieter den Markt unter sich aufteilen, der Rest wird in der Bedeutungslosigkeit versinken. Das haben wir aus der ersten Welle gelernt. Es gibt in den meisten Segmenten nur noch 2-3 große Anbieter. 2 Autobörsen, 2 Immobilienbörsen, 1 Auktionshaus, 1 Suchmaschine. Ausnahme ist der Markt der Singlebörsen, wo noch 5-6 relevante Player am Markt sind. Aber auch dort wird es eine Konzentration geben.

Ich stimme zu. Es wird keine weitere Spekulations-Blase geben. Natürlich ist der Markt zyklisch, es wird Firmenkonkurse geben, es wird eine Phase folgen, in der weniger Geld vorhanden ist, aber das ich doch ganz normal!

Wo ich nicht zustimme, ist die Frage, ob es 10 Familiennetzwerke braucht, und die Aussage, die vielen Klone würden nicht überleben.

Das schöne im Online-Markt heute ist, dass es möglich ist, mit wesentlich weniger Ressourcen und Aufwand ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

Nicht jedes Social Network braucht die Größe von MySpace oder Facebook, die hunderte von Mitarbeitern haben. Szene1 beispielsweise kommt mit weniger als 30 Mitarbeitern aus, und hat nichtmal eine halbe Million aktive Mitglieder! Trotzdem arbeitet das Unternehmen erfolgreich, schreibt Gewinne und läuft.

Es ist noch viel Platz für weitere Social Networks, für weitere Social-Commerce-Plattformen, für Blog-Netzwerke, und so weiter. Und die meisten davon werden nie besonders stark in der Öffentlichkeit stehen, weil es gar nicht notwendig ist. Sie besetzen ihre regionale oder thematische Nische, bewegen sich in dieser und sind glücklich.

Das einzige, das sich ändern wird ist, dass Business Angels mit relativ kleinen Investitionen (< 500.000 Euro) immer mehr gefragt sein werden, während viele Firmen es vermeiden werden, große Risikokapitalgeber einsteigen zu lassen.

Millionen Euros müssen erst zurückverdient werden. Wer 10 Millionen Euro aufnimmt, muss vielleicht einer 50 Millionen Euro-Valuation gerecht werden. Wer 500.000 Euro einnimmt, muss viel weniger erreichen, und hat höhere Erfolgschancen.

Was unterscheidet Facebook und Bebo von UndDu.de oder Joga?

Die ersten beiden wurden von kleinen Start-Ups gestartet (die mittlerweile auch ziemlich groß geworden sind), die letzten beiden von großen Internet-Konzernen: Joga = Google, UndDu.de = Web.de)

Das Internet ist ein sich schnell bewegender Markt. Social Networks sind schnell zu entwickeln (zumindest in einfacher Form), man muss dabei aber enorm Flexibel sein. Wusstet ihr zum Beispiel, dass YouTube anfangs gar nicht als Video-Sharing-Plattform gedacht war, sondern als Video-Version von HotOrNot?

Wenn nun eine Firma wie Web.de hergeht, um ein Social Network zu entwickeln, dann ist das Endergebnis technisch sicher prima, aber besonders erfolgreich wird man damit eher nicht.

Es fehlt das Charisma, es fehlen die Innovationen. Hätte YouTube seine Geschäftsidee so schnell um 180° drehen können, bevor jemand anders damit erfolgreich wurde, wenn es von Anfang an ein Google-Projekt gewesen wäre? Sicher nicht!

Im Internet zählt ganz oft die Bewegungsfreiheit, die Geschwindigkeit, mit der man sich wandeln kann, das mangelnde Management. Große, starre Unternehmen können da einfach nicht mithalten, selbst im Falle von Google nicht.

Im Gegensatz dazu ist die Web-Suche ein Bereich, der nicht mehr von Start-Ups besetzt werden wird. Zu groß ist der Vorsprung von Google, zu stark die Marke. Dieser Bereich ist technologisch so anspruchsvoll, hier wird sich im Gesamten nichts mehr tun.

Aber hier eine kleine Einteilung:

  • Innovative Projekte

    Kleine und große innovative Projekte, auch und vor allem Social Networks (das letzte Wort ist in dem Bereich noch nicht gesprochen!), werden in Zukunft immer mehr primär von Start-Ups entwickelt und von Konzernen gekauft.

  • Technisch komplexe, wenig innovative Projekte

    Die Web-Suche wird zwar immer weiter entwickelt, aber in absehbaren Projekten. Dass die verschiedenen Suchfunktionen von Google zusammengeschaltet werden, ist technisch aufwendig, aber nicht besonders innovativ. Es war absehbar. Diese Bereiche werden weiterhin von den Großkonzernen selbst entwickelt.

  • Technisch komplexe, innovative Projekte

    Sehen wir uns die Video-Suche von Google an. Sie sucht zur Zeit primär nach den Tags und dem Titel. Das wird sicher nicht so bleiben. Videos und Fotos müssen nach ihren Inhalten durchsucht werden, etwas, das technisch aufwendig ist und innovative Herangehensweisen erfordert. Ich wette, die Suchkonzerne investieren Millionen in die Entwicklung solcher Such-Algorithmen. Doch hier können auch Start-Ups einspringen. Technologie-Start-Ups, die eine eigene Suchmaschine primär zu Demonstrationszwecken entwickeln, um sie später an die Großkonzerne zu verkaufen und dort zu integrieren.

Auch, wenn es mittlerweile nicht mehr besonders beliebt ist, das zu sagen: Eine Übernahme als Exit-Strategie bleibt für sehr viele Start-Ups weiterhin interessant und lukrativ.

Nur, liebe Risikokapitalgeber und Business Angels: Hört doch auf, die ganzen mäßig innovativen, total unrealistischen Suchmaschinen-Start-Ups zu finanzieren. Google hat den Markt in der Hand und sprintet sogar seinen großen Verfolgern (die das nötige Marketingkapital hätten) davon!

Die Berichterstattung über Veneuzela’s Hugo Chavez war von Anfang an gegen ihn.

Im Jahr 1992 als Militäroffizier selbst erfolgloser Putschist gegen die damalige Regierung unter Carlos Andrés Pérez, der im Jahr darauf wegen Korruption und Veruntreuung vom Obersten Gerichtshof abgesetzt wurde, ist er seit 1998 Präsident des Erdöl-reichen Staates.

Genau diese Erdölindustrie hat er wieder-verstaatlicht und verwendet nun die Milliarden-Gewinne für aufwendige Armuts-Bekämpfungs-Programme.

Da Venezuela’s Ärzte, primär aus der Oberschicht, nicht in den Armutsvierteln arbeiten wollten (und vermutlich auf das Geschäft auch gar nicht angewiesen waren), ließ er tausende kubanische Ärzte einwandern, um ein Gesundheitswesen für die arme Bevölkerung aufzubauen. Außerdem baute er Schulen in den Armutsvierteln.

Er reorganisierte die Gewerkschaft und ließ die Führungsriege von den Gewerkschaftsmitgliedern neu wählen, ersetzte das Top-Management des staatlichen Erdölkonzerns durch regierungstreue Manager.

Seine bevorzugte Behandlung der armen Mehrheitsbevölkerung war bei der reichen Mittel- und Oberschicht Venezuela’s nicht populär, so kam es 2002 zu einem von Gewerkschaft, Wirtschaftsverbänden, katholischer Kirche, der Opposition sowie den privaten Fernsehsendern unterstützten Putsch, den Hugo Chávez nach einer Interventation durch das Militär überstand.

Ende 2002 gab es einen Generalstreik, der primär von den Unternehmern geführt wurde - die Arbeiter wurden meist einfach nicht in die Fabriken hineingelassen.

2004 gab es noch ein Referendum über seine Absetzung, das er aber ebenfalls überstand, trotz manipulativ negativer Berichterstattung gegen ihn in allen privaten Fernsehsendern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Hugo Chávez hat eine bewegte Zeit hinter sich, und meistens hatte er es nicht leicht.

Dennoch waren die meisten seiner Maßnahmen gerechtfertigt und die meisten der Maßnahmen seiner Gegner nicht.

  • Die Gewerkschaftsführung wird neu gewählt? Ok, ist drastisch, aber wieso sollte hier keine Demokratie herrschen dürfen?
  • Er “importiert” Ärzte aus Kuba? Wieso nicht, wenn die die venezuelanischen nicht in den Armutsvierteln arbeiten wollen?
  • Er verstaatlicht die Erdölindustrie? Ebenfalls drastisch, aber die bisherigen Besitzer wurden javernünftig entschädigt und haben davor dem Land stark geschädigt. Insofern auch ok.
  • Er schimpft gegen die USA? Total gerechtfertigt - sie unterstützt immerhin die Opposition finanziell und spricht sich auch öffentlich gegen ihn als “Hitler Lateinamerikas” aus. Also bitte…

Nur jetzt ist etwas falsches passiert. Ein privater TV-Sender wird abgeschaltet. Egal, wie unfair und falsch die Berichterstattung war, egal, ob er den Generalstreik und den Putschversuch unterstützt hat. Die Medien müssen unabhängig bleiben. So geht das wirklich nicht.

Ein neuer staatlicher TV-Sender gleicht das nicht aus. Die Medienvielfalt muss gewahrt bleiben, auch wenn das manchmal schmerzlich ist.

Hugo Chávez wandelt sich langsam aber sicher. Die Maßnahmen werden drastischer. Und langsam überschreiten sie die Grenze, die man einfach nicht überschreiten darf.

Wer entweder den Google Blog abonniert hat, oder Google überhaupt das englische Google-Interface benützt, hat’s vielleicht schon bemerkt: Google wurde redesigned.

“Google Universal Search”, ein Projekt, das seine Ursprünge in einer Skizze eines UI-Designers aus dem Jahr 2001 hat, versucht, die vielen verschiedenen Suchmaschinen zu kombinieren, ohne dass die Google-User diese verschiedenen Suchmaschinen kennen müssen.

Blog Search, Book Search, Catalogs, Finance, Images, Local/Maps, News, News Archive, Patent Search, Product Search, Scholar, Video, Web Search, Movies, Music Search, Phone Book, Search By Number, Weather Search - es gibt so viele Suchmaschinen bei Google, wer soll die bitte alle kennen?

Kontext-bezogene Links

Im neuen Interface werden Kontext-bezogen die Links zu anderen Google-Suchmaschinen angezeigt. Eine Suche nach Albert Einstein bringt beispielsweise Links zur Bilder- und Büchersuche.

Top-Projekte verlinkt

Google betreibt aber nicht nur eine Vielzahl an Suchmaschinen, sondern auch Gmail, Google Text & Tabelle (Docs & Spreadsheets) und weitere Projekte. Deshalb wird zusätzlich eine Link-Leiste am Anfang der Seite eingeblendet, die unter anderem auch Links zu Gmail einblendet.

Juhu

Juhu - das war das erste, was ich dachte. Dieses Redesign wird Google noch ein Stückchen weiter bringen. Früher fand die Konkurrenz zwischen Google, Yahoo!, Microsoft und Ask immer im Bereich der Web- und Bildersuche statt.

Jetzt machen die ganzen Neben-Suchmaschinen endlich Sinn. Damit ist Google wieder einen ganz großen Schritt vorne.

Auch wenn die Änderungen nur klein sind - unterschätzen wir sie nicht, denn die meisten Internet-User kennen von Google nur das, was auf der Startseite verlinkt wird.

Das Internet ist eine ultimativ freie Gesellschaft. Es hilft, Botschaften in die Welt zu bringen, ohne dabei auf Massenmedien vertrauen zu müssen.

Blogs sind hier als Beispiel zu nennen, oder aber auch die persönliche Freiheit, bei einem amerikanischen, ungarischen, deutschen oder österreichischen Social Network angemeldet zu sein.

Auch wenn MySpace erfolgreich ist, gibt es dutzende andere erfolgreiche Projekte, die Einstiegskosten sind relativ gering für neue Mitbewerber.

Linke Mexikanische Rebellen unter Subcommandante Marcos haben das Internet verwendet, um ihre Botschaft nach außen zu tragen, um zu verhindern, dass ihre Aufstände niedergemetzelt werden, ohne dass die Weltbevölkerung etwas davon mitbekommt.

Die Mitglieder von Digg haben die Chefs der Firma dazu gezwungen, sich nicht der scheinbar allmächtigen Musikindustrie zu fügen.

Doch die Freiheit, ohne große Kosten und Aufwand eine Domain, einen Webspace und eine Homepage online zu stellen, hat auch seine Nachteile. Online Geschäfte machen ist nach wie vor so eine Sache, das Problem heißt Phishing.

Phishing ist, wenn jemand eine Website online stellt, die aussieht wie die meiner Bank, aber in Wirklichkeit nur dazu da ist, meine Kontodaten und -Passwörter zu knacken und mir mein Geld zu klauen.

Das Problem liegt dabei, dass bei der Registrierung einer Domain niemand genau überprüft, wer eine Domain überhaupt registriert, ob die Person vertrauenswürdig ist, und ob der Domainname keine zu großen Ähnlichkeiten mit anderen Domainnamen enthält.

Es braucht also eine Art “vertrauenswürdiges Internet” - ein abgeschirmter Unterbereich des Internets, in dem es weniger Freiheit, dafür aber mehr Sicherheit gibt. Nicht jeder wird das brauchen, aber für viele wär es dennoch sinnvoll.

Banken, Online-Shops, die Liste der Unternehmen, die so etwas wollen sollten, ist endlos.

Einen entsprechenden Vorschlag gibt es jetzt (wieder einmal) vom Sicherheitsdienstleister F-Secure. Laut dem Vorschlag sollte es eine neue Top-Level-Domain (bsp: .com, .net, .org) wie zum Beispiel “.safe” oder “.sure” oder “.bank” geben.

Gute Idee!

Der Vorschlag von F-Secure betrifft zwar nur Banken, ich würde das aber gleich ausweiten.

Jeder sollte so eine Domain haben können.

Nur sollte man im Gegenzug entsprechend geschützt werden.

  • Bei der Registrierung sollte genau überprüft werden, ob Ähnlichkeiten zu anderen Angeboten existieren.
  • Die Verbindung sollte immer verschlüsselt sein.
  • AJAX-Anfragen in das “normale” Internet sollten verboten sein.
  • Bei Links, die das vertrauenswürdige Internet verlassen, sollte es Warnungen geben.
  • Die Seiten des vertrauenswürdigen Internet sollten regelmäßig überprüft werden und im Zweifelsfalle abgeschaltet werden. (Wurde ein Wurm eingeschleust, wurde eine Seite Opfer einer DDoS-Attacke?)
  • Ein Verstoß gegen die Regeln dieses vertrauenswürdigen Internets muss strafrechtlich belangt werden können - Firmen aus Ländern, die das nicht tun, dürfen keine dieser Domains registrieren.

Und natürlich müssen die Menschen dann auch entsprechend geschult werden. Es wäre gut, wenn Seiten wie eBay und Amazon und vor allem Banken ihre Angebote in dieses vertrauenswürdige Internet verschieben würden, und diesen Umzug ankündigen und erklären.

Klar, Domains im vertrauenswürdigen Internet wären sicher wesentlich teurer, aber sie könnten eine Art Gütesiegel werden, auf das sich die Internet-Nutzer verlassen können.

Update: Ich bin nicht der einzige, der sich über die Unzulänglichkeiten der Statistik-Services beschwert - auch Robert Scoble fragt nach besseren Statistiken und hat es damit auch Reaktionen erzeugt.

Alexa, die Amazon-Tochter, die die Ideale des offenen Webs so gar nicht teilt, wenn jemand ein erfolgreiches Produkt entwickelt, will übrigens nichts über die eigenen Traffic-Daten verraten.

Alexa.com Alexa-Grafik

Quantcast und Compete tun das übrigens schon, aber leider nur für den US-amerikanischen Markt.

Ist das relevant? Vielleicht nicht unbedingt. Aber es zeigt, wie viel Angst Alexa vor Informationen hat. Obwohl das genau das Geschäft von Alexa ist.

Auch wenn bekannt ist, dass auf die Richtigkeit von Alexa-Daten kein Geld gesetzt werden sollte, sie sind sehr gut und nützlich, um Trends zu erkennen.

Vielleicht wird eines Tages Google seine Statistik-Daten öffnen. Dank Google Analytics, Google Toolbar (mit wesentlich weiterer Verbreitung als die Alexa Toolbar) und Suchinformationen kann Google wesentlich bessere und korrektere Statistiken erstellen, die Tools dafür existieren auch bereits intern. Werden sie eines Tages veröffentlicht? Ich hoffe es.