Was unterscheidet Facebook und Bebo von UndDu.de oder Joga?
Die ersten beiden wurden von kleinen Start-Ups gestartet (die mittlerweile auch ziemlich groß geworden sind), die letzten beiden von großen Internet-Konzernen: Joga = Google, UndDu.de = Web.de)
Das Internet ist ein sich schnell bewegender Markt. Social Networks sind schnell zu entwickeln (zumindest in einfacher Form), man muss dabei aber enorm Flexibel sein. Wusstet ihr zum Beispiel, dass YouTube anfangs gar nicht als Video-Sharing-Plattform gedacht war, sondern als Video-Version von HotOrNot?
Wenn nun eine Firma wie Web.de hergeht, um ein Social Network zu entwickeln, dann ist das Endergebnis technisch sicher prima, aber besonders erfolgreich wird man damit eher nicht.
Es fehlt das Charisma, es fehlen die Innovationen. Hätte YouTube seine Geschäftsidee so schnell um 180° drehen können, bevor jemand anders damit erfolgreich wurde, wenn es von Anfang an ein Google-Projekt gewesen wäre? Sicher nicht!
Im Internet zählt ganz oft die Bewegungsfreiheit, die Geschwindigkeit, mit der man sich wandeln kann, das mangelnde Management. Große, starre Unternehmen können da einfach nicht mithalten, selbst im Falle von Google nicht.
Im Gegensatz dazu ist die Web-Suche ein Bereich, der nicht mehr von Start-Ups besetzt werden wird. Zu groß ist der Vorsprung von Google, zu stark die Marke. Dieser Bereich ist technologisch so anspruchsvoll, hier wird sich im Gesamten nichts mehr tun.
Aber hier eine kleine Einteilung:
- Innovative Projekte
Kleine und große innovative Projekte, auch und vor allem Social Networks (das letzte Wort ist in dem Bereich noch nicht gesprochen!), werden in Zukunft immer mehr primär von Start-Ups entwickelt und von Konzernen gekauft. - Technisch komplexe, wenig innovative Projekte
Die Web-Suche wird zwar immer weiter entwickelt, aber in absehbaren Projekten. Dass die verschiedenen Suchfunktionen von Google zusammengeschaltet werden, ist technisch aufwendig, aber nicht besonders innovativ. Es war absehbar. Diese Bereiche werden weiterhin von den Großkonzernen selbst entwickelt. - Technisch komplexe, innovative Projekte
Sehen wir uns die Video-Suche von Google an. Sie sucht zur Zeit primär nach den Tags und dem Titel. Das wird sicher nicht so bleiben. Videos und Fotos müssen nach ihren Inhalten durchsucht werden, etwas, das technisch aufwendig ist und innovative Herangehensweisen erfordert. Ich wette, die Suchkonzerne investieren Millionen in die Entwicklung solcher Such-Algorithmen. Doch hier können auch Start-Ups einspringen. Technologie-Start-Ups, die eine eigene Suchmaschine primär zu Demonstrationszwecken entwickeln, um sie später an die Großkonzerne zu verkaufen und dort zu integrieren.
Auch, wenn es mittlerweile nicht mehr besonders beliebt ist, das zu sagen: Eine Übernahme als Exit-Strategie bleibt für sehr viele Start-Ups weiterhin interessant und lukrativ.
Nur, liebe Risikokapitalgeber und Business Angels: Hört doch auf, die ganzen mäßig innovativen, total unrealistischen Suchmaschinen-Start-Ups zu finanzieren. Google hat den Markt in der Hand und sprintet sogar seinen großen Verfolgern (die das nötige Marketingkapital hätten) davon!
[...] Das versuchen viele, ComBOTS ist damit schon massiv auf die Schnauze gefallen. Das hab ich in Web 2.0 als Management-Projekt schon einmal ausführlich [...]