Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel zum Thema “Europäische Gründungsängste” geschrieben. Darin hab ich erläutert, was ich schon öfters gesagt hab: In Europa heißt’s “Versagen? Verboten!”

Auch, wenn ein Konkurs nicht mehr automatisch ein Berufsverbot bedeutet, so hab ich in meinen Unterlagen der WKO noch immer drin stehen: Bei einem Geschäftsführer darf kein “insolvenzrechtlichen Ausschlussgrund”, nämlich ein “mangels Masse abgelehnter Konkurs”, vorliegen.

Ist es nicht Aufgabe der potentiellen Investoren, zu prüfen, ob ein Geschäftsführer fachlich inkompetent war und daraus nichts gelernt hat, oder einfach nur Pech hatte?

Natürlich gibt es viele Geschäftsführer, die eine Firma aus Inkompetenz in den Sand setzen, und daraus nichts lernen werden, und daher keine lukrativen Investitions-Ziele sind. Und natürlich, wenn sich jemand der kriminellen Krida schuldig macht, soll er dafür bestraft werden, vielleicht sogar mit einem Verbot, weitere Firmen zu gründen/leiten.

 

Ich schweife ab. Worum es mir geht, ist folgendes: Ich habe jetzt erneut bewiesen, was man alles falsch machen kann.

Meine Community, die 3h-Galerien, wurde  im März 2004 als Hobby-Projekt gegründet. Zum lernen und üben, und einfach zum Spaß. Nicht, um irgendjemanden damit zu beeindrucken, jemals über Server-Kapazitäten nachdenken zu müssen, oder Nächte damit zu verbringen, eine neue Version online zu stellen.

Mittlerweile hatte und habe ich die Server-Probleme, bin ich nächtelang vor dem Computer gesessen, um komplizierte Update-Programme eine veraltete Datenbank-Version überarbeiten zu lassen. Ich hab dabei viel gelernt.

Und letzte Woche ist etwas grausliches passiert: Der Server stürzt ab (vermutlich aus Speicherplatzmangel), die Festplatte lässt sich auch im Rescue Mode unter Linux nicht wiederherstellen. Support gibt’s nicht, weil der Server ja ein Linux Root-Server ist. Und die Backup-Software funktioniert seit Monaten nicht.

Was hab ich falsch gemacht?

  • Die Festplatte konnte so voll werden.
  • Die Backup-Software hat nicht funktioniert.
  • Ich hab’s nichtmal gemerkt.

Man könnte sagen: Burschi, du bist unfähig, irgendetwas zu tun. Geh nach Hause!

Oder: Das war echt mies! Aber wenigstens weißt du jetzt, wie’s nicht geht.

 

Ich bin für Version zwei, so bedrückt ich beim Schreiben dieses Artikels wegen des Totalabsturzes bin. Denn langsam lerne ich so viel, dass ich viele Anfängerfehler nicht mehr machen kann, weil ich sie unterschätze.

  • Ich werde definitiv immer einen betreuten Server mieten und erst auf eigene Hardware umsteigen, wenn ein kompetenter Hardware-Spezialist dafür sorgt, dass alles funktioniert.
  • Ohne Backup-Software läuft gar nichts. Selbst wenn es ein Monat lang alle Arbeits-Ressourcen auffrisst und nie gebraucht wird: Die Backups müssen funktionieren!
  • memcached existiert nicht ohne Grund. So uninteressant solche technischen Spielereien auf dem ersten Blick sind - ich werd sie lernen oder jemand dafür engagieren, das für mich zu tun. Performance ist wichtig!

Ich könnte mich wirklich selbst hauen. Alle diese Lektionen sind logisch, und ich würde über jeden lachen, der genau aus diesem Grund Probleme hat. Also lach ich über mich selbst und mach’s nächstes Mal besser.

Meine Investoren vertrauen mir dabei. Sie sind Amerikaner, wo ein Fehler als Fortschritt gesehen wird. Wären Europäer auch so verständnisvoll?

Auf TechCrunch und Mashable hab ich gelesen, dass die MySpace-Gründer Chris DeWolfe und Tom Anderson neue Verträge wollen, und zwar 50 Millionen Dollar zu zweit über die nächsten beiden Jahre.

Rupert Murdoch hat mit einem Gegenangebot, nämlich 15 Millionen für beide, über die nächsten beiden Jahre. Das Gegenangebot ist immernoch deutlich höher, als vergleichbare Jahresgagen anderer Manager innerhalb der News Corp.

Mein Gott, Rupert! Schmeiß die Flaschen raus! Als CEOs des größten Social Networks der Welt haben die beiden doch längst versagt!

Während Facebook sich gerade als Social Network-Operating System öffnet, und mit möglichen Revenue Sharing-Angeboten die Reichweite noch weiter verbreitet und dieses Jahr sogar schon fette Gewinne schreiben will, bedroht MySpace die Widget-Provider.

MySpace ist träge geworden, das Wachstum ist relativ langsam (Immerhin gibt es hunderte Millionen potentioneller Mitglieder in den Ländern, die MySpace sprachlich abdeckt.), die Konkurrenz lauert an allen Ecken.

Chris DeWolfe und Tom Anderson haben MySpace nichts gebracht - ein Unternehmen ohne Vision zu “administrieren”, das kann schnell jemand.

miomi, Teil 2

27. Juni 2007

Alex hat kommentiert:

Also ich muss ehrlich sagen: wenn die Leute auf so was in Massen reagieren, dann hör ich besser auf mit Start-Ups.

Ich hab nicht die leiseste Ahnung was an der Idee auch nur irgendwie sinnvoll sein soll???

Ich wollte unbedingt darauf mit einem Blog-Post antworten, weil das natürlich eine wesentliche Frage ist.

Die Frage hier ist: Wer legt fest, was “sinnvoll” ist? Ich finde die Idee gut, eine persönliche Zeitleiste mit den Events zu haben, die man als wichtig betrachtet. Ich würde das sicher verwenden. Ich bin nämlich ziemlich vergessen - fast alles, was länger als zwei Tage zurück liegt, verschwindet aus meinem Gedächtnis.

Allerdings gibt es noch keinen Mobile-Client, und ohne dem macht es überhaupt keinen Sinn.

Da ich ohnehin keine Zeit/Möglichkeit habe, dieses Projekt umzusetzen, hier ein bisschen detailliertere Ideen:

Ein Mobile Client lässt micht “Zeitpunkte” anlegen, auf Basis eines Fotos, Videos oder Audio-Files. Das wird sofort hinaufgeladen, aber beim nächsten Login von einem “normalen” Browser zur Nachbearbeitung (Ergänzung vom Text, Teilnehmern, etc.) angezeigt. So vergesse ich wesentliche Dinge nicht, hab wie gesagt Fotos und so gleich dabei.

Dann würde ich eine kostenlose Version entwickeln, mit eingeschränkten Funktionen, aber kostenlos. Und die Bezahlung sollte nicht auf Basis von Pay-per-”Zeitpunkt” laufen, sondern mit einer monatlichen Subscription, oder verrechneten Upload-Kosten für Bilder/Videos.

Die Seite ist ja eigentlich noch eine private Beta-Version, man kann sich aber zur Zeit schon anmelden, und zwar unter: http://beta.miomi.com/

Wie gesagt: Es ist eine Beta-Version, das muss klar gesagt werden, und das merkt man auch. Ich hoffe dass die Ideen, die ich oben geschrieben habe, sowieso geplant sind. Vielleicht kommt man auch von diesem eigenartigen Geschäftsmodell noch weg.

In Europa gibt es keine Unternehmensgründungs-Kultur. Es ist nicht erstrebenswert, Risiken einzugehen. Und in Österreich ist das noch schlimmer. Ich hab darüber bereits geschrieben.

Doch die Zeiten ändert sich, und das beste Beispiel ist der Tiroler Karlheinz Toni, der mit einem Partner einen Businessplan-Wettbewerb gewonnen hat, der mit 5.000 Pfund dotiert war, und dann gleich noch einen Investor fand, der in sein Projekt 100 Millionen Pfund investierte.

100 Millionen Pfund? Das ist irgendwie unglaublich viel - die Idee ließe sich auch mit viel weniger Geld umsetzen. Aber jetzt erst zur Idee:

miomi (der ursprüngliche Projektname war “Design the time”) erlaubt es jedem Mitglied, für einen Dollar einen Moment auf der Zeitleiste zu kaufen. Damit kann dann jeder die Familien- oder Firmenchronik online stellen. Und miomi verdient kräftig dabei.

Die Frage ist: Wer soll das tun? Die Idee ist leicht kopierbar. Ich hab den Prototypen hier vor mir - das kann man mit einer kleinen Finanzierungsrunde in einem kleinen Team relativ schnell umsetzen. Werbefinanziert ist das zwar nicht so lukrativ, aber welche Ressourcen braucht man denn bitte für das Betreiben eines solchen Projekts?

Kein Aspekt des Projekts, so wie ich es jetzt kenne, benötigt überdurchschnittlich viel Personal oder Rechen-Power.

Was das Projekt allerdings außergewöhnlich machen könnte wäre es, das Internet automatisch nach Themen zu durchsuchen. Nur … wer bezahlt dann noch?

Wie auch immer: Dieses 100-Millionen-Projekt schafft Vorbilder, zumindest wenn es erfolgreich werden sollte.

Man muss schon fast hinter dem Mond leben, um _das_ nicht mitzukriegen: In Kärnten wird seit Jahrzehnten um zweisprachige Ortstafeln gestritten, die in der Verfassung vorgeschrieben sind. Was die Verfassung nicht vorschreibt, das ist der Mindestprozentsatz, den eine Minderheit haben muss, um ein “Recht” auf die Ortstafeln zu haben, und wie man diesen Prozentsatz festlegt.

Aber dafür haben wir ja den Verfassungsgerichtshof. Und der hat entschieden, dass die Grenze bei 10% liegt, ab der zweisprachige Ortstafeln (und Hinweistafeln) angebracht werden müssen. Und dass als Basis dafür die letzten beiden Volkszählungen verwendet werden sollten.

Haider sagt NEIN.

Wie geht das? Darf ein Mensch gegen die Verfassung verstoßen? In der Verfassung sind die Grundrechte definiert, sie ist die Basis für unseren gesammten Staat. Darf man dagegen einfach verstoßen? Wieso gibt es hier kein Exekutiv-Organ, das Verstöße dagegen ahndet?

Ich kenn mich jetzt mit der Juristerei nicht besonders aus. Aber erfüllt das, was Haider tut, nicht den Tatbestand der Volksverhetzung?

Also, um diesem Dilemma beizukommen: Es liegt ganz offensichtlich der Verfassungsgerichtshof im Recht. Er hat immer Recht, er ist auch die höchste Instanz. Er sollte ein Exekutivorgan zur Seite gestellt bekommen, um Verstöße gegen seine Entschlüsse und weitere Verstöße gegen die Verfassung zu ahnden. Fair wäre hier eine Art “Geheimdienst”, mit einer Sonderabteilung der Polizei, die Verbrecher aus dem Verkehr ziehen kann.

Oder wie sonst kann man diese Situation lösen?

Ich hab mir gedacht, ich schau mir wieder einmal Windows Live Hotmail an.

Macht mir das nicht nach. Es ist einfach unglaublich schlecht.

Wie kann man so schlechte Software entwickeln? Das ist mir nicht klar. Ich mein, wenn’s irgendeine Firma ist, schieb ich halt die Schuld auf einen schlechten Mitarbeiter. Aber bei Microsoft gibt’s doch sicher mehrere Instanzen, durch die so ein Design durch muss, oder nicht? Wie kann da so eine Katastrophe rauskommen?

Ich bin glücklich mit Gmail. Ich bin auch glücklich, dass Google sich gegen die Vorratsdatenspeicherung wehrt. Google - der Garant dafür, dass meine Daten sicher bleiben!

Damit Gmail perfekt ist, fehlt nur noch die Offline-Unterstützung, durch Google Gears zum Beispiel, und eine Synchronisierungsfunktion für meinen Palm 750. (Ich will neue E-Mails auf den Palm bekommen, darauf antworten können, aber gleichzeitig auch alles im Internet haben. Inklusive der Antwort. Ich werd da mal wieder herumprobieren.)

Wer in der letzten Zeit ein bisschen die Fernsehprogramme durchgeblätter hat, hat vielleicht gemerkt, dass unverhältnismäßig oft die Filme Stirb langsam 1 bis 3 laufen.

15.06., 22:45 Uhr, SF2: Stirb langsam 1
17.06., 22:20 Uhr, Pro7: Stirb langsam 1
23.06., 22:00 Uhr, Pro7: Stirb langsam 2
24.06., 16:10 Uhr, Pro7: Stirb langsam 4 - Das Special
24.06., 22:15 Uhr, Pro7: Stirb langsam 3
29.06., 22:00 Uhr, SF2: Stirb langsam 3

Es ist leider unglaublich schwierig, TV-Ereignisse in der Vergangenheit zu finden. Die Suchfunktionen sind gar nicht dazu in der Lage, deshalb hab ich vermutlich weitere Vorkommen übersehen.

Aber zurück zum Wesentlichen: Stirb langsam 4 kommt ins Kino. Und plötzlich laufen nach der Reihe die ganzen bisherigen Folge.

Achtet mal drauf - das gibt’s öfters. (Zuletzt bei Fluch der Karibik.)

Google vs. Überwachung

23. Juni 2007

Google wird zwar immer wieder vorgeworfen, in großem Ausmaß in die Privatsphäre seiner Benutzer einzudringen, in Wirklichkeit sind sie aber eine der wenigen Firmen, die sich gegen staatlichen Einfluss wehrt.

So legt sich Google dieses Mal mit der deutschen Regierung an, während Yahoo! im Falle von Flickr gebuckelt hat, und umfangreiche (und anscheinend auch überzogene) Zensur-Maßnahmen aktiviert hat.

Konkret droht Google damit, Gmail in Deutschland abzuschalten, sollte die Regierung eine Gesetzesinitiative zur Vorratsspeicherung von Daten beschließen.

Google hat mit seinen Argumenten ganz recht: Nationale Gesetze spielen im Internet keine Rolle, weil die Firmen einfach ins Ausland abwandern, und die Benutzer mit.

Dukudu.de, ein Twitter-Klon mit deutlich mehr Features, wählt den eBay-Exit und versucht, die investierten 25.000 Euro Entwicklungskosten wieder herein zu verdienen.

Dukudu.de ist ein gutes Beispiel für das, was in einem Unternehmen falsch laufen kann - hier die meiner Ansicht nach wesentlichen Punkte:

Das Gründer-Team

Dukudu.de sagt als Grund für den Verkauf auf Exit zwei Dinge: Das Gründer-Team hat sich “aus privaten Gründen” getrennt, und man hat keine Investoren für einen offiziellen Start gefunden, die man für die Deckung von SMS-Kosten gebraucht hätte.

Moment - aus privaten Gründen getrennt?! Es gab vermutlich Streit zwischen den Gründern. Das ist ganz wesentlich, denn das darf nicht passieren. Oder: Wenn es passiert, muss man sich gut überlegen, wie man einen Streit lösen kann.

Ein Gründer-Team sollte nur aus folgenden Leuten bestehen:

  • Freunde, die sich lange kennen, und wissen, dass sie auch in Krisenzeiten nicht zu streiten beginnen.
  • Personen, die professionell genug sind, um Streits nicht so ausarten zu lassen, dass das Unternehmen in Gefahr ist.

Und man muss am Anfang eine Möglichkeit definieren, wie man Streits lösen kann.

Ist eines der Projektmitglieder ein Störenfried? Kein Problem, das passiert. Aber:

  • Kann ich einen Mediator einsetzen, um das Problem zu klären?
  • Falls nicht: Was kann ich tun, um ihn aus dem Projekt zu entfernen?

Geschäftsmodell

In der Auktions-Beschreibung steht, dass Dukudu Geld mit Werbung auf der Homepage sowie Signaturen in SMS und E-Mails verdienen will.

Werbung auf der Homepage macht Sinn.

Aber: SMS verschicken kostet aber viel Geld, und das ist nicht mit Signaturen in SMS herein zu verdienen ist. Eine SMS-Signatur ist nicht das Geld wert, das es kostet, eine SMS zu verschicken. Und E-Mail-Signaturen haben ganz einfach keinen Werbe-Effekt, hier stimme ich Jens Kunath zu.

Twitter ist unglaublich groß, und man hört immer wieder von Ideen, wie damit Geld gemacht werden könnte.

“Twitter Pro” wäre eine Idee. Vielleicht werden die kostenintensiven Features (SMS-Versand, primär) kostenpflichtig. Gesponserte Twitter-Feeds. Ich bin sicher, mit Twitter und eventuell erfolgreichen Klons lässt sich Geld machen. Aber nicht mit SMS-Signatur-Werbung. Sicher nicht.

Update: Ich hab gerade in den Kommentaren zu Jens Kunath’s Beitrag gelesen, dass Dukudu anscheinend doch andere Ideen zur Monetarisierung hatte. Gut, das kann ich jetzt nicht beurteilen. Vielleicht trifft die Geschäftsmodell-Kritik also doch nicht auf Dukudu zu. Allgemein ist sie trotzdem interessant!

Pareto-Prinzip bzw. 80/20er-Regel

Dukudu rühmt sich damit, besonders viele Features zu unterstützen. Twitter macht da ja alles falsch, weil man kaum etwas macht.

Meine Meinung: Twitter funktioniert nur deshalb, weil es so einfach ist. Wäre es komplizierter, wäre es nicht Twitter, sondern WordPress.
Einzelne Features sind ja wirklich eine gute Idee. Und auch die Seite ist schön. Aber dennoch wusste ich nicht so recht, was ich jetzt machen sollte, als ich angemeldet war. Irgendwie war das verwirrend.

Zusammenfassend kann man also sagen:

  • Sucht euch das richtige Team! Es sollten Leute sein, denen ihr vertrauen könnt, die ihr lange kennt, und mit denen ihr Streits beilegen könnt. Und nehmt vielleicht nicht gerade eure Freundin bzw. euren Freund ins Team auf. Zu riskant und belastend kann der aus dem Projekt resultierende Stress zu sein. Arbeit und Beziehung sollten zwei seperate Dinge bleiben!
  • Überlegt euch einen guten Business-Plan! Der darf natürlich Werbung beinhalten, nur seid ihr damit einem zyklischen Geschäft unterworfen und werdet leiden, wenn andere Start-Ups leiden. Am besten schafft ihr es irgendwie, kostenpflichtige Premium Services anzubieten. Selbst wenn nur 10% eurer Mitglieder zahlen - alleine das könnte ein funktionierendes Geschäftsmodell sein!
  • Überlegt euch gut, was ihr macht! Nur, weil ihr mehr Features habt, als die Konkurrenz, seid ihr noch lange nicht besser. Viele eurer Konkurrenten setzen vielleicht absichtlich manche Features nicht um. Die Nicht-Umsetzung von bestimmten Dingen ist vielleicht einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren eures Konkurrenten gewesen!

One versucht selt Jahren, sich selbst zu verkaufen, bevorzugterweise an einen Mobilfunkkonzern. Bisher scheiterte das an den schwierigen Eigentumskonstellationen, aber jetzt ist es endlich geschafft.

Die France Telecom kauft One.

Spannend daran ist primär eines: Nicht ein österreichischer Mobilfunker hat One gekauft, sondern ein ausländischer. Was bedeutet das? Bis auf weiteres bleibt es bei vier “echten” Netzbetreibern.

Der österreichische Mobilfunkmarkt ist einer der spannensten, weil tele:ring, mittlerweile in T-Mobile aufgegangen, eine sehr erfolgreiche Billig-Strategie verfolgte. Mittlerweile müssen alle anderen Anbieter mitziehen.

Immer wieder war zu lesen, dass die Mobilfunker in Österreich nach der Reihe in Konkurs gehen würden, oder sich wenigstens gegenseitig aufkaufen, weil die Preise zu niedrig sind. Aber wisst ihr was?

Es ist egal, wie viel eine Telefonminute kostet!

Ist das telefonieren billiger, werden die Leute mehr telefonieren. Die ARPUs (Average Revenue Per User) haben sich nicht maßgeblich geändert, die Billig-Anbieter waren sogar Spitzenreiter!

Das gleiche wird auch mit den Roaming-Tarifen der Fall sein. Telefonieren im Ausland ist billiger? Na, dann wird auch mehr telefoniert! Bisher war das Händi nur für Notfälle mit dabei, bald könnte es normal wie immer eingeschaltet bleiben.

Profitieren werden auch die Netzbetreiber. Meinetwegen: Verdoppelt die Tarife. Verlangt zum Telefonieren im Ausland den österreichischen UND den ausländischen Normal-Tarif. Dann kommen statt 4ct pro Minute halt 20ct pro Minute heraus. Einfach fair.

Liebe Firmenchefs - wann lernt ihr das endlich?!