Dukudu.de, ein Twitter-Klon mit deutlich mehr Features, wählt den eBay-Exit und versucht, die investierten 25.000 Euro Entwicklungskosten wieder herein zu verdienen.
Dukudu.de ist ein gutes Beispiel für das, was in einem Unternehmen falsch laufen kann - hier die meiner Ansicht nach wesentlichen Punkte:
Das Gründer-Team
Dukudu.de sagt als Grund für den Verkauf auf Exit zwei Dinge: Das Gründer-Team hat sich “aus privaten Gründen” getrennt, und man hat keine Investoren für einen offiziellen Start gefunden, die man für die Deckung von SMS-Kosten gebraucht hätte.
Moment - aus privaten Gründen getrennt?! Es gab vermutlich Streit zwischen den Gründern. Das ist ganz wesentlich, denn das darf nicht passieren. Oder: Wenn es passiert, muss man sich gut überlegen, wie man einen Streit lösen kann.
Ein Gründer-Team sollte nur aus folgenden Leuten bestehen:
- Freunde, die sich lange kennen, und wissen, dass sie auch in Krisenzeiten nicht zu streiten beginnen.
- Personen, die professionell genug sind, um Streits nicht so ausarten zu lassen, dass das Unternehmen in Gefahr ist.
Und man muss am Anfang eine Möglichkeit definieren, wie man Streits lösen kann.
Ist eines der Projektmitglieder ein Störenfried? Kein Problem, das passiert. Aber:
- Kann ich einen Mediator einsetzen, um das Problem zu klären?
- Falls nicht: Was kann ich tun, um ihn aus dem Projekt zu entfernen?
Geschäftsmodell
In der Auktions-Beschreibung steht, dass Dukudu Geld mit Werbung auf der Homepage sowie Signaturen in SMS und E-Mails verdienen will.
Werbung auf der Homepage macht Sinn.
Aber: SMS verschicken kostet aber viel Geld, und das ist nicht mit Signaturen in SMS herein zu verdienen ist. Eine SMS-Signatur ist nicht das Geld wert, das es kostet, eine SMS zu verschicken. Und E-Mail-Signaturen haben ganz einfach keinen Werbe-Effekt, hier stimme ich Jens Kunath zu.
Twitter ist unglaublich groß, und man hört immer wieder von Ideen, wie damit Geld gemacht werden könnte.
“Twitter Pro” wäre eine Idee. Vielleicht werden die kostenintensiven Features (SMS-Versand, primär) kostenpflichtig. Gesponserte Twitter-Feeds. Ich bin sicher, mit Twitter und eventuell erfolgreichen Klons lässt sich Geld machen. Aber nicht mit SMS-Signatur-Werbung. Sicher nicht.
Update: Ich hab gerade in den Kommentaren zu Jens Kunath’s Beitrag gelesen, dass Dukudu anscheinend doch andere Ideen zur Monetarisierung hatte. Gut, das kann ich jetzt nicht beurteilen. Vielleicht trifft die Geschäftsmodell-Kritik also doch nicht auf Dukudu zu. Allgemein ist sie trotzdem interessant!
Pareto-Prinzip bzw. 80/20er-Regel
Dukudu rühmt sich damit, besonders viele Features zu unterstützen. Twitter macht da ja alles falsch, weil man kaum etwas macht.
Meine Meinung: Twitter funktioniert nur deshalb, weil es so einfach ist. Wäre es komplizierter, wäre es nicht Twitter, sondern Wordpress.
Einzelne Features sind ja wirklich eine gute Idee. Und auch die Seite ist schön. Aber dennoch wusste ich nicht so recht, was ich jetzt machen sollte, als ich angemeldet war. Irgendwie war das verwirrend.
Zusammenfassend kann man also sagen:
- Sucht euch das richtige Team! Es sollten Leute sein, denen ihr vertrauen könnt, die ihr lange kennt, und mit denen ihr Streits beilegen könnt. Und nehmt vielleicht nicht gerade eure Freundin bzw. euren Freund ins Team auf. Zu riskant und belastend kann der aus dem Projekt resultierende Stress zu sein. Arbeit und Beziehung sollten zwei seperate Dinge bleiben!
- Überlegt euch einen guten Business-Plan! Der darf natürlich Werbung beinhalten, nur seid ihr damit einem zyklischen Geschäft unterworfen und werdet leiden, wenn andere Start-Ups leiden. Am besten schafft ihr es irgendwie, kostenpflichtige Premium Services anzubieten. Selbst wenn nur 10% eurer Mitglieder zahlen - alleine das könnte ein funktionierendes Geschäftsmodell sein!
- Überlegt euch gut, was ihr macht! Nur, weil ihr mehr Features habt, als die Konkurrenz, seid ihr noch lange nicht besser. Viele eurer Konkurrenten setzen vielleicht absichtlich manche Features nicht um. Die Nicht-Umsetzung von bestimmten Dingen ist vielleicht einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren eures Konkurrenten gewesen!