Die Welt rätselt, was mit PodTech los ist. (Eigentlich primär TechCrunch, aber mit 500.000 Feed-Abonnent/innen ist da kein Unterschied.)
Die Firma hat vor etwas mehr als einem Jahr 5,5 Millionen Dollar Risikokapital erhalten. Damals waren sie ein Auftrags-Podcast-Ersteller für verschiedene namhafte Unternehmen, sind aber mit Robert Scoble in den Video-Bereich vorgedrungen, er hat als “Vice President of Media Development” diese Sparte weiter entwickelt. Und jetzt ist plötzlich schluss damit.
Es scheint, als hätten die bisherigen Investoren weitere 2 Millionen Dollar investiert, zu den gleichen Bedingungen wie im März 2006, was so viel bedeutet, wie: Die Firma hat ein Not-Investment bekommen, weil irgendwie eine Chance besteht, die bisherigen 5,5 Millionen noch zu retten, aber wirklich aufgebaut wurde seit der letzten Runde nichts.
Das wundert mich überhaupt nicht. Robert Scoble’s Videocast war die einzige Show, die ich überhaupt jemals gesehen hab. Und obwohl sie höchst interessante Leute und Produkte bringt, hab ich sie schon lang nicht mehr gesehen.
Jetzt ist aber Robert Scoble’s Show sicher die mit Abstand bekannteste, und hat gleichzeitig auch das wertvollste Puplikum. (VCs, Personen in hohen Positionen in Firmen - zumindest zu einem nicht kleinen Teil.)
Das Problem ist, dass Text leichter zu konsumieren ist. Klar, Videos sagen mehr als tausend Worte, bla bla. Aber besinnen wir uns auf die Realität: Videos sind Unterhaltung, Text sind Fakten. Fernseh-Nachrichten sind zwar ganz nett, mehr Informationen in der gleichen Zeit erhalte ich aber, wenn ich eine Zeitung lese.
Wird die Suche nach einem neuen CEO etwas bringen? Ich bezweifle das stark - nicht der CEO ist das Problem, es ist die Branche, in der sich Podtech bewegt.
Die neue Idee, andere Videocasts zu vermarkten, ist theoretisch ebenfalls gut, aber nur, so lange YouTube das nicht tut.
Ich mache mir keine Sorgen um Robert Scoble und seine Show - er dürfte von der Entlassungs-Welle dank des Seagate-Sponsorship-Deals nicht betroffen sein. Und selbst wenn, es gibt sicher einige Firmen, die ihm ohne zu zögern einen Revenue-Sharing-Deal anbieten würden.
Und die anderen Shows? Ganz ehrlich: Who cares?