Heute geht’s um die Fristenlösung - die ersten Beiträge zum Papstbesuch handelten von der mangelhaften Trennung zwischen Staat und Religion und der zu wenig kinderfreundlichen Gesellschaft.
In Europa ist zuerst der Begriff der Menschenrechte formuliert worden. Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein - sie ist das Gegenteil davon. [usw]
Zur Geschichte: Die Fristenlösung wurde 1974 nach heftigen Diskussionen von der SPÖ beschlossen und trat 1975 in Kraft. Mittlerweile wird sie von keiner Partei mehr grundsätzlich angezweifelt, wenn auch durch vage Aussagen, die oft beinhalten, dass es halt “keine bessere Möglichkeit gäbe”. Die Abtreibung ist bis zum 3. Schwangerschafts-Monat erlaubt.
In Österreich gibt es keine Statistiken zu den Abtreibungszahlen, die Schätzungen reichen von 40.000 bis 80.000 Abtreibungen pro Jahr - ziemlich sicher je nach Einstellung der Auftraggeber der Studien zur Abtreibung selbst.
Weltweit sterben jedenfalls ca. 80.000 Frauen jährlich an illegalen Abtreibungen, die meist unter unhygienischen Umständen von unfähigen Ärzten (falls sie überhaupt Ärzte sind), durchgeführt werden. Tod durch Abtreibungen zählen in vielen Entwicklungsländern zu den Haupt-Todesursachen von Frauen im gebährfähigen Alter.
Die katholische Kirche hat eine eindeutig negative Einstellung dazu, nach dem Canonischen Recht ist Abtreibung Mord und zieht die Exkommunikation nach sich.
Der Islam ist sich nicht einig, je nach Interpretation darf dort bis zum 40. oder 120. Tag abgetrieben werden, wenn die Mutter durch die Schwangerschaft körperlichem oder seelischen Leiden unterliegt.
Die Fristenlösung ist sicher nicht optimal, und jede Abtreibung ist eine zu viel. Aber statt die Mütter, die ihre Kinder sicher nicht zum Spaß abtreiben, zu kriminalisieren, sollte man das Problem von einer anderen Seite angehen:
Was ist die Ursache für die hohe Zahl der Schwangerschaftsabbrüche? Wie kann man die Zahl senken, ohne Mütter zur Geburt eines Kindes zu zwingen, das sie nicht haben wollen oder können?
Ein Problem ist die mangelnde Akzeptanz von Verhütungsmittel. Kondome sind uncool, und die Pille nimmt man vielleicht gerade nicht, wenn es notwendig wäre. Einrichtungen wie die “Babyklappe”, wo Babies anonym bei Krankenhäusern abgegeben werden können, sind zu wenig bekannt.
Meiner Meinung nach wichtig wäre es also, in Schulen, und zwar schon in der Pflichtschul-Zeit die Jugendlichen über Einrichtungen wie die Babyklappe zu informieren, diese Einrichtungen flächendeckend in Österreich zu etablieren, und noch mehr über Verhütungsmittel und Geschlechtskrankheiten zu informieren. Das findet einfach noch viel zu wenig statt.
So könnten Schwangerschaftsabbrüche im Vorfeld verringert werden, in dem die Zahl der Schwangerschaften grundsätzlich gesenkt wird, aber auch, in dem mehr Kinder über die Babyklappe von Müttern, die sich eine Geburt nicht zutrauen, in die Hände der Krankenhäuser übergeben werden könnten.