Facebook Application-SPAM
28. November 2007
Ich bin schon lange Mitglied bei Facebook, war aber nie aktiv, und auch viele meiner Freunde nützen Facebook nicht wirklich aktiv. Dennoch - ich hab mir viele Funktionen angesehen und versucht, zu verstehen.
“Applications” gehören dazu, meiner Ansicht nach sehr cool, einigermaßen innovativ und definitiv etwas, das Facebook die technische Führerschaft im Social Networking-Bereich endgültig gegeben und gesichert hat. (Damit ist Facebook seinem Hype im Silicon Valley auch außerhalb gerecht worden.)
Nur, Facebook hat die Entwickler von Anwendungen überschätzt. Sie haben vermutlich gedacht, die Entwickler, sowohl private als auch gewerbliche, würden Facebook’s Modell der “Nützlichkeit über Nervigkeit” verstehen und ebenfalls so arbeiten.
Denkste.
Der Application-SPAM im Newsfeed wird immer schlimmer. Facebook hat vor einigen Tagen eine Voting-Funktion für Newsfeed-Einträge gestartet (Allgemein oder nur bei einigen Test-Accounts? Ich hab den üblichen gehypte Berichterstattung nicht mitbekommen!), seither scheint das noch schlimmer geworden zu sein.
Ein Drittel der Einträge muss ich schon wegklicken, ich hab aber keine Chance, sinnfreie Geschichten wie “XXX received a new Super Wall post” generell zu stoppen. Die Votings scheinen auch überhaupt keinen Einfluss auf die zukünftigen Newsfeed-Einträge zu haben.
Also, liebes Facebook: Weg mit dem Scheiß! Wenn die Firmen nicht anfangen, vernünftige Einträge an den Newsfeed zu schicken, dann lasst mich entweder Einträge einer Anwendungen auf einer Pro-Anwendungs-Basis komplett sperren, oder noch besser: Entwickelt eine Art “Verhaltenskodex” für die Newsfeed-Einträge und sperrt Anwendungen, die sich nicht daran halten können.
Es nervt. Facebook kommt mir mittlerweile so nervig wie MySpace vor. (Man zieht einen Wert aus der Nutzung, aber die Nutzung hat einen riesigen Nervigkeits-Faktor.) Ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich nach Alternativen suchen würde.
Übrigens: Presentify (Aber wie gesagt nur als Test-Release, deshalb gibts noch keine riesige Ankündigung im Blog.)
myM, Mash, Kickstart - Yahoo!’s Social Networks
24. November 2007
Yahoo! stellt sein bisheriges und einziges Social Network, Yahoo! 360, ein. Was anfangs nach einem Ende von Yahoo!’s Social Networking-Ambitionen aussah, schaut für mich immer mehr nach einer wesentlichen Neugestaltung aus, die viel eher zu einem Erfolg führen könnte.
Denn mittlerweile hat Yahoo drei neue Communities - Yahoo! Mash, Yahoo! Kickstart und myM gestartet. Mash und myM sind nur mit einer Einladung zugänglich. (Im Gegensatz zu Yahoo! 360, das für alle zugänglich war war.) Gemeinsam haben sie, dass alle drei sind nur im Authentifizierungs-System mit Yahoo! verbunden sind (im Gegensatz zu Yahoo! 360, das stark mit verschiedensten Yahoo!-Services verbunden und integriert war) und alle spezifische Zielgruppen ansprechen (Kickstart = für StudentInnen & AbsolventInnen, myM angeblich für User von Instant Messengern, Mash ist ein allgemeineres Netzwerk, lässt aber viel Platz für Kreativität) - wieder im Gegensatz zu Yahoo! 360, das versuchte, möglichst viel zu sein, und dabei gleich überall versagte.
Die Frage ist: Wieso soll das besser funktionieren? Wieso nicht nur ein neues Projekt starten und die ganze Marketing-Macht von Yahoo!’s Startseite nützen, um es zu bewerben? Nun, mit Yahoo! 360 sind sie bereits einmal mit dieser Herangehensweise gescheitert.
Der Grund liegt ganz einfach in der Erfolgswahrscheinlichkeit von Social Networking-Start-Ups. Social Networks kann man nicht mit viel Geld bewerben. Das versuchen viele, ComBOTS ist damit schon massiv auf die Schnauze gefallen. Das hab ich in Web 2.0 als Management-Projekt schon einmal ausführlich beschrieben.
Diese Projekte sind vermutlich Teil von “Brickhouse”, einem Versuch, Start-Up-Kultur innerhalb von Yahoo! zu ermöglichen - geleitet von Caterina Fake, einer der Flickr-GründerInnen. Yahoo! bringt jetzt schon das dritte solche Netzwerk heraus, angeblich ist noch ein Social Network rund um Yahoo! Mail in Arbeit, und ich vermute, dass noch weitere solche Projekte in Arbeit sind.
Werden sie alle erfolgreich sein? Nein, sicher nicht! Vielleicht wird es eines schaffen, wesentliches Puplikum anzuziehen. Aber das ist schon genug - ein erfolgreiches Netzwerk bringt genug Werbeeinnahmen (und vielleicht auch andere Einnahme-Quellen), um für das verlorene Geld der anderen Netzwerke aufzukommen.
Und genau das ist der Punkt: Von einem Dutzend Social Networks wird vielleicht eines erfolgreich sein. Oder weniger. Yahoo! entwickelt deshalb einen ganzen Haufen dieser Netzwerke - und es werden sicher noch einige auf uns zu kommen - um wenigstens mit einem davon erfolgreich zu sein. Wenn ich richtig liege und Yahoo! klug ist, dann wird jedes dieser Netzwerke nur von einem kleinem Team betreut, vielleicht 10, 20 Leute, die innerhalb von Yahoo! von Unternehmenskommunikation mit anderen Gruppen freigestellt sind, untereinander konkurrieren dürfen, etc.
Wenn diese Seiten jetzt noch auf alles Rücksicht nehmen müssen, was andere Gruppen innerhalb von Yahoo! tun, dann wird das sicher schief gehen. So aber könnte es was werden.
Ich freu mich darüber, denn Konkurrenz zu Google in jeder möglichen Form ist wünschenswert - kein Unternehmen sollte uneingeschränkte Markt-Macht besitzen, selbst wenn seine Produkte grandios sind.
Oh, und jetzt noch kurze Erklärungen zu den Projekten:
Yahoo! Mash ist nur mit einer Einladung zugänglich. (Ich hab welche, also wer Mitglied werden will, kann mir ein E-Mail mit Name und E-Mail-Adresse an sebastian.moser@gmail.com schreiben!)
Würde ich einen direkten Konkurrenten dafür nennen müssen, würde ich MySpace nennen, wobei Mash wirklich deutlich schöner und durchdachter ist. Mash ist das, was MySpace sein sollte - wenn wir schon Netzwerke, die von den Benutzern stark modifiziert werden sollen können, brauchen. Man unterstützt Widgets - oder wie auch immer das dort heißt - als ich es zuletzt probiert hab, war da aber nicht viel vorhanden.
Sehr positiv zu erwähnen ist ein Tamagotchi-ähnliches Widget, bei dem man ein auf ein Blatt Papier gezeichnetes Gesicht “füttern”, “streicheln”, etc. kann. Das ist mir in Erinnerung geblieben, auch wenn ich nie herausfinden konnte, wie das eigentlich funktioniert. Ich hab meins vor ein paar Wochen mal versehentlich getötet. Sehr makaber, aber die Idee ist echt genial.
Und wehe, es kennt hier wer keine Tamagotchis. Das würde nämlich heißen, dass ich schon aus einer älteren Generation komme… :’(
Kickstart ist ein StudentInnen-Netzwerk für StudentInnen aus aller Welt - im Gegensatz zu Facebook kann man seine Uni selbst anlegen, was einerseits Platz für Blödsinn macht - ich weiß nicht, ob die Einträge dort jemals überprüft werden - andererseits die Verbreitung in neue Universitäten vereinfachen kann. (Ich bin übrigens nach wie vor das einzige Mitglied, dass in der TU Wien ist.)
Kickstart soll StudentInnen die Jobsuche vereinfachen, hat aber auch einfache Social Networking-Funktionen und ist alles in allem eine sehr einfache, aber funktionelle Seite. gefällt mir persönlich besser als Mash. Und: Kickstart ist frei zugänglich.
Twitter, das nächste Technorati?
20. November 2007
Wer kennt Twitter? Richtig, Twitter ist der coole, einfache Microblogging-Service, den alle Welt verwendet, hat vor ein paar Monaten Risikokapital aufgenommen (ca. 5 Millionen Dollar) und ist zur Zeit DER Service schlechthin in der Silicon-Valley-Welt. Außenstehende wissen nicht so recht, wie sich der Service finanzieren will, aber die Gründer haben angeblich recht konkrete Vorstellungen, die sie nur noch nicht verraten wollen, damit niemand die Ideen klaut.
Und: Der Service ist unglaublich instabil, dauernd offline und nervt ganz einfach. Mangels wirklich guter Alternativen hat Twitter aber kein Problem.
Das erinnert an Technorati, eine Blogsuchmaschine, die mittlerweile angeblich kurz vor dem Konkurs bzw. kurz vor dem Verkauf steht. Der Gründer ist im Sommer raus geflogen, Mitarbeiter haben sie auch entlassen,
Das Problem mit Technorati? Anfangs war es eine einfache, funktionierende Blog-Suchmaschine. Sie hat getan, was sie tun sollte: Blogs gefunden. Die Blogs wurden bewertet, mit einem PageRank-ähnlichen System. Aber der Service war instabil, war regelmäßig offline und verärgerte die Mitglieder. Mangels guter Alternativen war Technorati zwar weiterhin der Liebling der Silicon-Valley-Welt, sobald die Alternativen aber da waren, war das Ende von Technorati nur eine Frage der Zeit.
Google Blogsearch ist heute, was Technorati hätte sein können: Eine stabile Blog-Suchmaschine - nicht mehr und nicht weniger. Technorati hingegen leidet unter schwindendem Traffic und ist weiterhin unzuverlässig. Technorati wird ziemlich sicher aufgekauft, ich schätze mal von Yahoo!, aber es wird nicht mehr viel Geld dafür über den Tisch gehen. 20, 30 Millionen Dollar halte ich für realistisch - ein schwerer Rückschlag im Vergleich zu den 300 Millionen, die sich die Gründer erwartet hätten. (Yahoo! hat angeblich nur 150 Millionen geboten.)
Twitter ist dabei, das gleiche zu erleiden. Ja, ich finde die letzten Neuerungen toll. Aber wenn Tweets bei Twitter erst Stunden, nachdem sie abgeschickt wurden, auf der Website erscheinen (während sie sofort in Google Talk ankommen), dann ist das ein ernstes Problem.
Zur Zeit ist Twitter noch in der glücklichen Position, der einzige große und wirklich gute Service in diesem Markt zu sein, aber es werden andere kommen.
Ich hab eine gute Twitter-Klon-Idee - vielleicht will sie ja jemand aufgreifen:
Einen Service erstellen, der Twitter kopiert, alle nützlichen Funktionen, das Layout, etc. Und am besten steht ihr dann einfach dazu, dass das ein Twitter-Klon ist.
Dieser Service muss mit Twitter perfekt integriert sein. Bei der Anmeldung sollte man seine Twitter-Zugangsdaten eingeben können, der Service sollte dann alle Freunde von Twitter und alle Tweets laden und speichern. Ist Twitter offline, dann ist das egal, denn der Service ersetzt Twitter, speichert alle Tweets, macht sie durchsuchbar, etc.
Twitter-Freunde müssen angezeigt werden, als wären sie normale Freunde. Es darf keine Unterschiede geben. Und natürlich muss der Service auch die wirklich coolen Features von Twitter unterstützen, also Integration mit Google Talk und andere IM-Services (Ein Plus wäre es, noch MEHR Instant Messenger zu unterstützen.), mit Händis. Die API sollte 1:1 unterstützt werden, sodass alle Twitter-Tools auch mit dem neuen Service funktionieren. Und so weiter.
Twitter hat definitiv den Weg für Microblogging geebnet. Aber ich bin nicht sicher, ob Twitter selbst der Weg ist. Dafür müssten die ihre Performance-Probleme endlich in den Griff bekommen.
Google gegen gekaufte Links
17. November 2007
Der Aufschrei war groß, als Google plötzlich, aber nicht unangekündigt startete, gegen gekaufte Links vorzugehen, und den PageRank der Websites deutlich zu verschiechtern, die gekaufte Links anzeigen.
Gekaufte Links sind vor allem etwas, das in der Blogosphere oft vor kommt, entsprechend waren die Reaktionen, was überhaupt nicht verwundert. Den Menschen wird eine Einnahmequelle genommen - da spielen rationale Argumente keine Rolle mehr.
In Wirklichkeit hat Google nämlich weder etwas unerwartetes getan - Google ist schon immer gegen Link SPAM vorgegangen, und Matt Cutts, Chef der Web-SPAM-Abteilung von Google, hat schon vor einigen Monaten ein verstärktes Vorgehen angekündigt - noch etwas falsches. Bekaufte Links unterminieren die Idee des PageRanks, der eigentlich eine faire Bewertung von Websites darstellen sollte, der davon ausging, dass Websites mit hoher Kredibilität (bzw. eben einem hohen PageRank) nur auf andere Websites mit hoher Kredibilität verlinken.
Wenn diese Links gekauft werden, findet die Verlinkung aber nicht mehr freiwillig und um der Qualität der Website statt, sondern allein um des Geldes Willen statt. Selbst, wenn die bekannteren Blogger nur qualitativ hochwertige Websites verlinken werden, tun sie es des Geldes wegen. Wenn die Websites, die ihr für Geld verlinkt so toll sind, warum verlinkt ihr sie nicht einfach so, gratis?
Und bekomme ich, wenn ich eine gute Website erstelle, gratis einen Link? Nein? Aber meine Website ist ja gut! Ach, ich bezahle nicht?
Was mich in der ganzen Aufregung ein bisschen verwundert ist, dass auch bekanntere und eigentlich gute Blogger wie Robert Basic Gift und Galle speien. DAS ist das wirklich eigenartige an der ganzen Situation.
Gekaufte Links, die nicht das “nofollow”-Attribut verwenden (diese Links werden von Suchmaschinen dann nicht gewertet), sind Link-SPAM. Und der soll ohne große Diskussion in den Suchergebnissen bestraft werden.
Mac OS 10.5 Leopard ~ Windows Vista?
16. November 2007
Ich hab selten so viele so schlechte Kritiken über ein neues Betriebssystem von Apple gelesen. Ich ignoriere dabei die Kritik an verhunzten Funktionen - der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und alles, was neu ist, ist schlecht. Selbst, wenn’s gut ist. Ich spreche hier nur von Kritik an der miesen Stabilität.
Mein Gott, es gibt den “Blue Screen of Death” im Mac OS 10.5! Abgesehen davon ist das Betriebssystem instabil, hat regelmäßig Probleme beim Hochfahren des Computers, etc.
Nachdem Apple das Betriebssystem schon verschieben musste, hat man also ein instabiles Betriebssystem veröffentlicht, nur um in der Zeit veröffentlichen zu können. Erinnert uns das an etwas? Richtig, an Windows Vista. Wurde auch verschoben und startete schlussendlich auch als instabiles Produkt.
Darüber kann ich nur lachen. Denn während Microsoft sein Betriebssystem für tausende verschiedene Hardwarekomponenten optimieren muss, und das schlussendlich so halbwegs hingekriegt hat, schafft es Apple nicht einmal, für seine eigene, kleine Produktlinie ein funktionierendes Betriebssystem anzubieten, das an der Qualität der Vorgängerversionen anschließt.
EU überprüft DoubleClick-Übernahme genauer!
15. November 2007
Juhu! Google’s Übernahme von DoubleClick wurde zwar in den USA von den Kartellwächtern durchgewunken, in Europa wird es Google aber schwerer gemacht. Zwar hat man die Übernahme nicht abgelehnt, aber wenigstens den Entschluss verschoben und eine genauere Prüfung angekündigt.
Ich freue mich sehr darüber, denn je mehr ich über den Deal nachgedacht habe, um so mehr ist mir klar geworden, dass Google einen gefährlich großen Marktanteil im Werbemarkt besitzt. (Im Suchmarkt sowieso, aber da sehe ich die wirtschaftliche Gefahr nicht so stark.)
Man kann noch nicht davon sprechen, dass Google ein Monopol im Werbemarkt besitzt. Aber die nächsten Jahre könnten dazu führen, und das muss verhindert werden.
Noch gibt es keinen Grund, ein riesiges Kartellverfahren gegen Google zu starten, wie seinerzeit gegen Microsoft. Es gibt keinen Grund, mit der Aufspaltung des Unternehmens zu drohen. Aber Google besitzt mit Google AdWords einen derart großen Anteil am weltweiten Werbe-Markt, dass die Gefahr besteht, dass Werbekunden nur noch zu Google gehen, um Werbung zu kaufen. Konkurrenten hätten kaum noch Chancen, ein solches Monopol aufzubrechen - genauso, wie es unglaublich schwer ist, Microsoft’s Desktop-Monopol zu knacken.
Meine Wunschlösung wäre, die DoubleClick-Übernahme zu verbieten, wahrscheinlich ist jedoch, dass Google Zugeständnisse ankündigt und einige Firmenteile an die Konkurrenz (Yahoo! oder Microsoft) verkauft.
Perl-Entwickler gesucht!
13. November 2007
Wir suchen kurzfristig eine/n Perl-Entwickler/in für ein kurzes Projekt (ab sofort, bis ca. Anfang Dezember).
Wer Interesse hat, bitte per E-Mail melden: sebastian.moser@gmail.com
Android UI / Funktionalität
13. November 2007
Ich war ja ziemlich enttäuscht über Google’s Ankündigung von “Android”, vor allem, weil nichts verfügbar war. Kein Händi - das hätte ich wirklich erwartet - aber nicht einmal das Software Development Kit.
Jetzt wurde es nachgereicht, inklusive einer Ankündigung, insgesamt 10 Millionen Dollar an Entwickler von Applikationen zu verteilen.
Und: Demonstrations-Videos. Die machen mich wieder etwas zuversichtlich. Auch, wenn ich weiterhin enttäuscht bin, dass noch kein Händi veröffentlicht wurde - sie haben einiges richtig gemacht. Wie zum Beispiel, verschiedene Typen von Händis zu unterstützen.
Es werden mehrere Geräte präsentiert, die von klassischem Treo-Design bis zum iPhone-Design gehen. Je nach technischen Funktionen verwendet Android auch eine 3d-Bibliothek, um schönere Effekte einzublenden.
Was fehlt, ist eindeutig noch eine Kopie von Apple’s Multi-Touch im iPhone-ähnlichen Gerät. Ein Doppel-”Klick” auf das Display zum Zoomen ist eindeutig nicht so elegant, wie das beim iPhone ist.
Ach, und noch etwas enttäuscht mich ein bisschen: Android ist primär ein Betriebssystem für Smartphones, nicht für klassische Händis. Leider, der Smartphone-Markt ist deutlich besser als diese ganzen grauenhaften Eigen-Entwicklungen von Motorola, Samsung, Nokia usw. Hier braucht es eine Vereinheitlichung. Weg mit dem ganzen grauenhaften Zeug. Hier hätte Google punkten können - mit einer abgespeckten Version von Android. Aber vielleicht kommt das ja noch…
Wann wird das Apple-Monopol geknackt?
9. November 2007
Gut, das kommt jetzt vielleicht für manche nicht gut, aber trotzdem. Apple betreibt und fördert ein Monopol, mit seiner Verknüpfung von iPod und iTunes.
Apple hat auf legitimen Weg einen sehr hohen Marktanteil mit seinen iPods erreicht. Solide Produkte, gutes Design, gutes Marketing - alles perfekt, da kann niemand was dagegen sagen.
Der Teufel liegt im iTunes. iPods arbeiten nur mit iTunes zusammen. Und iTunes ist der größte Musikshop der Welt und in jedem Land, in dem er aktiv ist. Warum? Weil iPod-BesitzerInnen nunmal fast nur im iTunes Music Store Musik kaufen können. (Ausgenommen MP3-verkaufende Shops, die nicht so viele Lieder verkaufen und nicht so verbreitet sind.)
Selbst wenn Amazon gerade versucht, einen MP3-Shop aufzubauen, wird es im Vergleich zu Apple immer im Nachteil sein, weil Apple seinen Shop hervorragend mit iTunes integriert. Das wird Amazon nie können. Denn iPods arbeiten nur mit iTunes zusammen. Und das ist geschlossen.
Apple nutzt also seinen Marktanteil bei den iPods dazu, um auch bei den Musik-Verkäufen Marktführer zu bleiben, und tut das recht aggressiv. Die Musik-Datenbank-Datei der neuesten iPods wurde noch komplexer verschlüsselt als bisher, ohne ersichtlichen Grund. (Es wurde nicht die Musik verschlüsselt, es ist nur die Datei, die speichert, wo welches Lied ist, und wie es heißt.)
Aber Apple nützt auch seinen Marktanteil bei den iPods, um andere Digital Rights Management-Formate auszuschließen und lässt nur das hauseigene “FairPlay”-Format auf iPods zu.
Ich hoffe, dass Apple dafür möglichst bald vor europäische und amerikanische Gerichte gebracht wird. Dieses Monopol schadet der Online-Musikindustrie, den Musik-Software-Herstellern und uns Konsumenten. (Amazon kann sich das leisten, deren Musik-Angebot ist aber nur ein Viertel von Apple und in Europa nicht verfügbar.)
(Hinweis: Ich bin kein iPod- oder iTunes-Hasser. Ich besitze meinen dritten iPod und liebe iTunes. Wahlfreiheit ist dennoch wichtig.)
Die neue Mittelschule
6. November 2007
Die Koalition SPÖ/ÖVP hat sich geeinigt und eine “neue Mittelschule” vorgestellt. Auch Frau Gehrer hat irgendwann eine “neue Schule” angekündigt - mal schauen, ob Frau Schmidt und Herr Hahn diesmal etwas gescheites zusammen gebracht haben.
Im Prinzip ist das Modell ein Kompromiss aus der Pro-Gesamtschule-Haltung der SPÖ und der Anti-Gesamtschule-Haltung der ÖVP. Es wird Schulversuche geben, wenn zwei Drittel der Eltern und Lehrer/innen zustimmen. Diesen Schulversuchen werden dann auch durchgezogen - etwas, wo sich die SPÖ “durchsetzen” konnte.
Hier ein paar Meinungen, und mein Kommentar dazu
Grüner Bildungssprecher Dieter Brosz: “Das ‘Herzstück’ von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, die große Bildungsreform, wurde heute endgültig abgesagt. Was heute die Minister Schmied und Hahn verkündet haben, verdient den Namen Bildungsreform nicht.”.
Tja, er hat Recht. Eine große Bildungsreform ist das eindeutig nicht, sondern ein Test, der vielleicht irgendwann evaluiert wird, und dann vielleicht tatsächlich in etwas dauerhaftes umgesetzt wird. Vielleicht. Das ist der Schlüssel. Es ist ein kleiner Schritt in Richtung Gesamtschule, aber nicht mehr.
ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon: “Die sozialistische Zwangsverordnung von oben bei der Schulreform-Einigung ist vom Tisch. Die ÖVP sichert Mitbestimmung die Freiheit zu Wählen für die Eltern.”
Völliger Blödsinn. Der Sinn von Gesetzen ist es, etwas vorzuschreiben. Darf ich mir in Zukunft dank der ÖVP auch die Höhe meiner Steuern aussuchen? Darf ich mir aussuchen, ob ich die 130-km/h-Limits auf der Autobahn einhalte oder nicht? Nein. Eben. Herr Missethon ist ein trauriges Beispiel der ultra-konservativen Anti-SPÖ-Gruppe innerhalb der ÖVP, die jetzt schon viel zu lange an der Macht ist.
Was zeigt das jetzt allgemein?
Johannes Hahn wurde Wissenschaftsminister, um die Gesamtschule zu verhindern. Einen wirklichen Sinn hatte die Aufteilung des Bildungs-Ressorts ja nie.
Die ÖVP ist zufrieden, hat ihre Ziele aber nicht wirklich erreicht. Die ÖVP will unter keinen Umständen eine Gesamtschule, hat aber die Tür dafür öffnen müssen, da die ÖVP in der öffentlichen Meinung immer mehr als Blockierer-Partei da stand. (Demokratie funktioniert ja doch. ;))
Die öffentliche Meinung steht zunehmend auf der Seite der Gesamtschule. Offensichtlich setzt sich langsam die Meinung durch, dass es nicht klug ist, 10-jährige bzw. deren Eltern Entscheidungen treffen zu lassen, die ihr ganzes Leben negativ beeinflussen können (Hauptschule!), aber zu dem Zeitpunkt mit den völlig falschen Gründen getroffen werden (Wo gehen nach der Volkschule meine Freund/innen hin?).
Die ÖVP hat große Probleme mit ihrer Konservativität. Der Wirtschaftsflügel gerät mehr und mehr in den Konflikt mit der “alten Garde”. Der Wirtschaftsflügel sagt nämlich, dass die Gesamtschule Sinn macht und eine neue Einwanderungspolitik wichtig ist! (Es macht wirtschaftlich Sinn, potentionelle Arbeitskräfte länger gemeinsam zu unterrichten und sie erst später Berufsentscheidungen treffen zu lassen. Viele Hauptschulabgänger, die als Akademiker vielleicht besser dran wären und Gymnasiasten, die in einer Lehre besser aufgehoben wären, würden eher die richtige Entscheidung treffen. Motivierte und glückliche Arbeitskräfte sind besser für die Wirtschaft als Leute, die vielleicht ihr Leben lang bereuen, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.)