Opera vs. Firefox
1. Dezember 2007
Update: Hier befindet sich der aktuellere Beitrag zum neuen Opera 9.5.
Wer in den Medien von Web-Browser liest, liest vermutlich immer nur von Firefox vs. Internet Explorer, in einem Kampf von David gegen Goaliath. Mozilla Firefox ist auch tatsächlich der David im Vergleich zu Microsoft’s Internet Explorer. Nur gibt es neben Firefox auch noch andere Browser, von denen vor allem Opera nennenswert ist. (Safari ist es nicht, denn der ist nur für Mac OS X verfügbar, und in einer sehr, sehr fehlerhaften Version für Windows.)
Dass Firefox 2 dem Internet Explorer 7 um einiges Voraus ist, will ich hier nicht diskutieren. Es steht außer Frage. Ganz einfach. Sowohl als Benutzer (Der IE7 benötigt zum Öffnen eines Tabs mehrere Sekunden. Grauenhaft.) als auch als Entwickler. (Bei Presentify hab ich mit Firefox entwickelt, danach für Opera, IE7 und IE6 optimiert. Opera war kein Problem, da waren nur ein paar Formulierungen im Stylesheet zu ändern, das ist locker in einer halben Stunde gegangen. IE7 benötigte ca. zwei Stunden Arbeit und ein eigenes Stylesheet. IE6 benötigte 6 weitere Stunden Arbeit und ebenfalls ein eigenes Stylesheet.)
Immer wieder, wenn man von Firefox 3 oder Opera 9 hört, wird von Opera-Nutzern gesagt, um wie viel besser und konfigurierbarer Opera wäre. Und von Firefox-Nutzern, um wie viel besser und flexibler der Firefox wäre.
Ich bin ein Firefox-Fan, aber grundsätzlich pragmatisch. Wenn ein besseres Produkt kommt, werde ich es nützen. Also probier ich mich heute wieder mal am Opera.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck? Ich muss umkonfigurieren! Das ist das erste, was ich bemerkt habe. Und zwar: Wenn man bei Opera mit STRG + Tab zwishcen den Tabs zerumwechselt, verhält sich Opera wie Windows - es scrollt nach der letzten Verwendung. Auch, wenn das das Standard-Windows-Verhalten ist - es ist bei Tabs ziemlich nervig. Das musste ich umstellen, ging aber für einen Power-User zum Glück leicht.
Surf-Verhalten
Es ist angenehm zum Surfen. Opera legt Wert auf ein “weiches” Surf-Gefühl. Ich kann es nicht besser beschreiben. Man fühlt sich meistens einfach wohl. Die Speed Dial-Funktion ist erstaundlich praktisch. Wirklich. Hab ich nicht erwartet.
Auch das “weiche” scrollen ist echt super. Und ist prompt auch als “Smooth Scrolling” bei mir im Firefox aktiviert. (Wieso ist das nicht Standard?)
Nachteile
Opera hat aber leider auch viele Nachteile.
Das User Interface verhält sich nicht wie Windows. Auch, wenn das manchmal schöner ist - es ist nicht praktisch, weil alle anderen Programme anders funktionieren. Damit hab ich eine Lern-Hürde. Opera kann nichts dafür, dass Windows nicht diese coolen, kleinen Funktionen hat. Aber trotzdem sollte das alles standardmäßig deaktiviert sein.
Etwas konkretes: Wenn man mit STRG + Tabulator zwischen den geöffneten Tabs zerumspringt, öffnet Opera ein Fenster mit den Titeln der aktiven Tabs - auf dem Fenster wird angezeigt, was man gerade ansteuert. Das Browser-Fenster ändert sich erst, wenn man seine Wahl getroffen hat. Das ist ein großer Fehler. Ein riesiger Fehler. Ganz brutales “No-Go”. Einmal mehr ist das zwar das Standard-Verhalten von Windows, aber einmal mehr kann man Tabs nicht mit Programmen vergleichen. Ein Programm hat ein Icon - auf der Basis kann ich relativ leicht unterscheiden, wohin ich gerade wechsle. Aber längst nicht alle Websites haben ein eigenes Icon. Und selbst wenn - es wird sehr klein angezeigt, in 16×16 (größer wird es ja auch nicht geliefert!). Firefox macht es richtig: Es wird gleich der jeweils aktive Tab angezeigt.
Noch etwas: Kein Tastenkürzel für das Suchfeld. Ja, ich kann “g Suchbegriff” in die Adressleiste eingeben, aber wofür ist das Suchfeld dann gut? Ich würde mir wünschen, mit einem Tastenkürzel in das Suchfeld springen zu können. Am besten natürlich mit STRG + K, wie beim Firefox, aber das scheint beim Opera bereits belegt zu sein. Egal, es findet sich schon was. Nur ohne ist es echt nicht praktisch!
Und: Keine Add-Ons. Die größte Stärke von Firefox ist es, Add-Ons zu installieren. Egal, wie viele Funktionen Opera hat - einige der wichtigsten Firefox-Funktionen sind für den Opera ganz einfach nicht verfügbar: MeasureIt, Firebug & YSlow, FireFTP, S3 Firefox Organizer, PDF Download, Resizeable Textarea.
Fazit
Mein Fazit ist klar: Ich bleibe beim Firefox. Opera ist zwar ziemlich cool, aber nicht flexibel genug. Für den Durchschnitts-Surfer ist Opera vielleicht eine gute Alternative - für Web-Entwickler nicht. Und jeder, der das Gegenteil behauptet, hat Firebug noch nicht verwendet! ![]()
8. Januar 2008 at 21:53 Uhr
Hm, da hast Du aber leider nicht lange probiert. Um zwischen Tabs umzuschalten benutze ich einfach die Tasten 1 und 2 (vorwärts/rückwärts). Suche auf der Seite selber mit der Taste . Suchfeld braucht man überhaupt nicht, sofern man nach mehreren Begriffen sucht. Ab zwei Begriffen, die mit einem Space getrennt werden, wird automatisch bei google gesucht. Wenn man nur einen Begriff sucht, einfach kurz Pfeilab und das g wird automatisch dem Wort vorangestellt. Das Suchfeld kann man auch ganz weglassen, solange man für jede Suchanfrage ein entsprechendes Kürzel verwendet. Man kann sogar ein Bookmark-Kürzel und Suchkürzel gleichen namens verwenden. Also bei mir ruft “tv” die Übersicht von Seita A auf und “tv suchbegriff” sucht auf der Website nach dem Begriff.
Was Opera so saupraktisch macht, ist dass alles bereits installiert ist und in der Grundeinstellung hervorragend funktioniert - wie z.B. die Mausgesten. Ich verwende auch den Firefox, weil viele Banken und andere “Schwergewichte” ihre Seiten nur für IE und FF optimieren. Aber bis ich den auf einem neuen System eingerichtet habe, so dass er Funktioniert wie ich es gewohnt bin (durch Opera) vergehen viele Downloads, Neustarts und Justierungen. Vielleicht Opera mal etwas mehr Zeit geben. Zum surfen ist er nämlich unschlagbar. Gerade wenn es darum geht viele Tabs gleichzeitig offen zu haben, da wird der FF leider total unübersichtlich und langsam.
Gute Tipps in Blog-Form gibt es übrgens hier: http://operawatch.com/category/news/opera-tutorial
11. Januar 2008 at 1:29 Uhr
einfach die maus ein paar sek auf einem tab haltern und es erscheint ein kleines preview. viel besser als ein icon.
29. Januar 2008 at 0:02 Uhr
Kein Tastenkürzel für das Suchfeld? Ich würde ohne Tastenkürzel für Suche pur verzweifeln. Warum erst eine ellenlange Liste im Suchfeld per Maus finden müssen, wenn ich mir in meinem Spatzenhirn die Abkürzungen für alle Suchfelder die ich brauche merke (und ich meine ALLE!)?
Jedes Suchfeld im Web läßt sich per re. Maustaste als Opera-Suche definieren und dann über die URL-leiste aufrufen. Ich brauche also nur noch das URL-feld.
27. Februar 2008 at 16:26 Uhr
Da du ja ein POWER User bist….
hättest du auch sehen müssen
“Wechseln, ohne die Liste anzuzeigen”
Zitat:
Ich bin ein Firefox-Fan, aber grundsätzlich pragmatisch. Wenn ein besseres Produkt kommt, werde ich es nützen. Also probier ich mich heute wieder mal am Opera.
Hmmtz! Nunja gut! Aber man muss sich lösen vom alten! Du kansnt doch nicht erwarten das alles genauso ist! Das wäre schmarn! Würdest du dir das angucken mit Suchfeld kürzel! naja nfc und so!
18. Juni 2008 at 11:13 Uhr
Versuch mal Safari für Windows…