Microsoft bezahlt für’s Einkaufen
22. Mai 2008
Alter Schwede - Microsoft scheint zu erkennen, dass sie technisch gegen Google keine Chance haben bzw. nicht gut genug werden können, um UserInnen zu konvertieren. Deshalb bezahlt man jetzt UserInnen, wenn sie über Live Search ein Produkt finden und auch einkaufen. Live Search cashback nennt sich der Spaß, der auf der für 50 Millionen Dollar mit Jellyfish zugekauften Technologie basiert.
Man kann bei ca. 200 Partnerunternehmen einkaufen, Microsoft bezahlt den UserInnen die Provision, die sie sonst selbst einstecken würden - sie machen selbst kein Geld, außer die UserInnen klicken auch auf andere, normale Text-Werbungen.
Wird das funktionieren? Ich würde es kaum nützen, da Amazon nicht mit am Boot ist und ich sonst kaum Online einkaufe, selbst wenn ich nicht immer den besten Preis bekomme. (Ich hab mit Amazon zu gute und mit anderen zu schlechte Erfahrungen gemacht.)
Microsoft’s Online-Strategie
Ich würde an der Stelle gerne meine Meinung abgeben, was Microsoft tun könnte, um das Web-Standbein in die schwarzen Zahlen zu bekommen, aber ich weiß es einfach nicht. Live Search ist eindeutig die schlechteste Suchmaschine der großen drei, die restlichen Produkte sind auch nicht gerade erste Sahne. Eigentlich hat Microsoft außer MSN kein einziges erfolgreiches Web-Projekt, richtig?
Das Problem, das Microsoft hat, ist, dass sie nicht nur ein Medienkonzern sein wollen, das ist langweilig und bringt niedrigere Umsätze und Margen (siehe AOL und zunehmend Yahoo!) als Web-Suche (siehe Google). Dann ist da das Problem, dass der Konzern so riesig ist, dass sich die Web-Sparte nach sehr vielen Abteilungen richten muss, die auch tatsächlich Kohle abwerfen.
Da wartet keine leichter werdende Aufgabe auf die Microsoft-MitarbeiterInnen…
Ist das so schwer?
14. Mai 2008
Ich hab mir vor kurzem viel Zeit genommen, um der Online-Zeitung meiner Wahl ein ausführliches Feedback-E-Mail zu schicken. Da ist viel Arbeit hinein gegangen, was man sicher auch gesehen hat.
Ich verstehe zwar, dass derStandard.at ein großes Unternehmen ist und ich sicher nicht der einzige bin, der ein E-Mail hinschickt. Aber ich weiß nicht einmal, ob das E-Mail überhaupt gelesen wurde!
Ist es so schwer, eine automatische Antwort auszuschicken?
Ein “Danke, wir haben deine Nachricht erhalten, wir diskutieren immer unser Feedback!” hätt’s schon getan. So etwas scheint echt schwer zu sein.
Community-Profil: Echtheits-Zertifikate?
2. Mai 2008
Social Networks, die für ernsthafte Zwecke eingesetzt werden sollen, haben zur Zeit einen wesentlichen Fehler, der die wirklich ernsthafte Verwendung behindert.
Denn: Wer garantiert mir, dass Bill Gates auf LinkedIn auch der Echte ist?
Im Fall von LinkedIn kann das durchaus problematisch sein, da hier professionell gearbeitet wird, bzw. nicht professionell gearbeitet werden kann, weil die Vertrauenswürdigkeit nicht gegeben ist. Das Problem existiert aber auch sonst.
Als Pownce gestartet ist, hat Chris Pirillo bemerkt, dass er dort bereits existiert hat. Irgendjemand hat seinen Namen genommen und ein Profil angelegt - ohne sein Wissen oder Zutun. Das Profil war vermutlich nicht in böswilliger Absicht angelegt, wer weiß - es hat aber das grundsätzliche Problem aufgezeigt.
Wie kann man nun die Echtheit von Profilen beweisen und bestätigen? Am einfachsten geht das wohl mit Kreditkarten - Amazon macht das so.
Das Problem: Ich will nicht jeder Seite meine Kreditkartennummer geben. Ganz im Gegenteil - ich will sie so wenigen Seiten wie möglich geben.
Eine andere Möglichkeit wäre die Integration direkt in Authentifizierungs-Systeme wie OpenID oder die Schaffung eines Identity-Webservices. Vertrauenswürdige Firmen (Google, Yahoo, Facebook, LinkedIn) könnten (optional) die Echtheit der Benutzer bestätigen und diese Daten über ein Web-Service an andere Web-Projekte zur Verfügung stellen.
Twitter könnte bei der Anmeldung eine Echtzeitsbestätigung anbieten, bestätigte Profile könnten dadurch extra bestätigt werden und auch als solche ausgezeichnet werden. Andere Websites könnten diese Echtheitsbestätigung auch verpflichtend fordern, zum Beispiel Online-Shops oder Business-Netzwerke.
Wie könnte dieses Problem anders behoben werden? Oder sehe ich hier einen Sturm im Wasserglas?